Weichenstellungen für Käßmann-Nachfolge in Hannover

Nachricht 08. September 2010

Hannover (epd). Anfang Oktober will die Landeskirche die Namen möglicher Nachfolger der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann bekanntgegeben. Laut Kirchenverfassung können für die Bischofswahl Ende November bis zu drei Kandidaten benannt werden. Am Mittwoch wies das Landeskirchenamt Medienspekulationen über Bewerber für das Bischofsamt der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland scharf zurück.

"Ich finde es unerträglich, dass bei dieser wichtigen Entscheidung vorab öffentlich Namen ins Spiel gebracht werden", sagte Kirchenamtspräsident Burkhard Guntau dem epd. Der neue Bischof oder die neue Bischöfin wird von den 75 Kirchenparlamentariern während ihrer Herbstsynode vom 23. bis 26. November gewählt.

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Mittwochsausgabe) nannte den Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte (61), und den EKD-Militärbischof und lippischen Landessuperintendenten, Martin Dutzmann (54), als mögliche Bewerber. Dutzmann wies den Bericht umgehend als "frei erfunden" zurück und sagte dem epd, er bleibe Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche. Er könne sich die Nennung seines Namens in dem Zeitungsbericht nicht erklären, "es gab keinen Kontakt zur hannoverschen Landeskirche".

Die Suche nach einem Nachfolger für die im Februar nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss zurückgetretene Käßmann ist laut Verfassung Aufgabe des Kirchensenats. Er ist ein Runder Tisch, an dem Vertreter aus allen kirchenleitenden Gremien zusammenkommen. In den kommenden beiden Wochen würden sich die Bewerber sowohl dem Senat als auch den beiden Richtungsgruppen in der Synode persönlich vorstellen, sagte Kirchensprecher Johannes Neukirch. Der "Gruppe Offene Kirche" gehören 44 Mitglieder an, der eher konservativen "Lebendigen Volkskirche" 31.

Derzeitige Mitglieder des Kirchensenats sind der Präsident des Landeskirchenamtes, Burkhard Guntau, Vizepräsident Arend de Vries und der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen als stellvertretender Landesbischof und Vertreter des Bischofsrates. Dazu kommen fünf Mitglieder aus der Landessynode, unter ihnen Synodenpräsident Jürgen Schneider und der Vorsitzende des Landessynodalausschusses Jörn Surborg. Außerdem sind in dem Gremium noch vier Mitglieder aus der Landeskirche vertreten, die die Synode gewählt hat.

Für das Wahlverfahren entsandte die Synode zusätzlich den Gifhorner Superintendenten Michael Thiel für die "Lebendige Volkskirche" und den Peiner Förderschullehrer Oliver Bischoff für die "Gruppe Offene Kirche" in den Senat.

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