Landessuperintendent Brandy zu Ökumene-Gesprächen in Rom

Nachricht 07. September 2010

Stade/Elbe-Weser-Raum. Gespräche zum Stand der Ökumene führte vom 24. bis 28. August der Stader Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy in Rom. Zusammen mit elf Mitgliedern der Evangelisch-Katholischen Gebietskommission Norddeutschlands traf er als Vorsitzender des Gremiums mit Vertretern verschiedener vatikanischer Einrichtungen zusammen. Die Kommission vereint Repräsentanten der evangelischen Landeskirchen und römisch-katholischen Bistümer auf den Gebieten von Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

„Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit ökumenischer Begegnungen in den verschiedenen Abteilungen des Vatikan“, resümierte Brandy. „Dabei ist deutlich geworden, dass ökumenisch viele Gemeinsamkeiten längst selbstverständlich sind. Aber natürlich wurden auch die Differenzen klar erkennbar. Spannend war dabei, dass innerhalb unserer evangelisch-katholisch gemischten Kommission kritischen Fragen auch quer durch die Konfessionen gingen.“

Zentral war der Austausch mit Bischof Brian Farell, dem Sekretär des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen. Farell, der seit 2002 im Einheitsrat tätig ist, betonte den römisch-katholischen Willen, auf die Einheit hinzuarbeiten, wies aber auch auf Probleme hin: Mit den Orthodoxen gebe es Schwierigkeiten beim Primat des Bischofs von Rom, mit den Lutheranern bei der Ethik. Erörtert wurde auch das jüngste evangelisch-lutherische/römisch-katholische Dialogdokument „Die Apostolizität der Kirche“, das auf eine Annäherung beim Verständnis kirchlicher Ämter zielt. Bisher erkennt der Vatikan die evangelischen kirchlichen Ämter nicht an; dies ist der Hauptgrund dafür, warum es aus römischer Sicht keine gemeinsame Feier des Abendmahles gibt. Brandy verwies dabei darauf, dass viele Christen, evangelische wie katholische, hier Fortschritte dringend erwarteten. Da es in der Lehre vom Abendmahl keine aktuellen Gegensätze von kirchentrennender Bedeutung gebe, sollte über eine Gemeinsamen Erklärung zum Abendmahl ernsthaft beraten werden.

Weitere Gespräche führte die Kommission mit Vertretern der Kongregation für die Glaubenslehre, des Staatssekretariats, des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden sowie des Päpstlichen Rates für die Laien. Ein weiterer Gesprächspartner war der seit September 2009 amtierende Chefredakteur des deutschsprachigen „Radio Vatikan“, Pater Bernd Hagenkord SJ, der zuvor römisch-katholischer Jugendseelsorger in Hamburg war.

Stade, 7.9.2010
(Sonja Domröse, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Stade)