Oldenburger Bischof Janssen bittet Mennoniten um Vergebung

Nachricht 02. September 2010

Oldenburg (epd). Der Oldenburger Bischof Jan Janssen will die Mennoniten in Oldenburg um Vergebung für die Verfolgungen im 16. Jahrhundert bitten. Er werde die im Juli vom Lutherischen Weltbund in Stuttgart formulierte Entschuldigung am Sonntag in einem Gottesdienst in der Mennoniten-Gemeinde bekräftigen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg und der Oldenburger Mennoniten von Donnerstag.

Auch wenn die Ereignisse schon Jahrhunderte zurücklägen, sei es ein wichtiger symbolischer Schritt, eigene Verfehlungen anzuerkennen und die Nachfahren um Verzeihung zu bitten, sagte Janssen. Er hatte im Juli an der Weltversammlung in Stuttgart teilgenommen. Der Oldenburger Mennoniten-Pastor Jan Lüken Schmid sagte, beide Kirchen seien heute versöhnt und lebten in Ökumene.

Weltweit hat die Freikirche der Mennoniten nach eigenen Angaben mehr als eine Million Mitglieder, viele leben in den USA und Kanada. In Europa gibt es rund 62.000 mennonitische Christen, in Deutschland mehr als 30.000. Die älteste Mennoniten-Gemeinde entstand 1530 in Emden. In Niedersachsen bestehen sechs Gemeinden, hinzu kommen Neugründungen von Russlanddeutschen. Die Mennoniten erinnern mit ihrem Namen an den niederländisch-friesischen Theologen Menno Simons (um 1496-1561).

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
2.9.10