Ausstellung „Leben! Und wie?“ in Hildesheim / Tour durch die Landeskirche

Nachricht 31. August 2010

Hildesheim. Wer sich auf den Lebensweg macht, sollte nicht allein reisen. Und man tut gut daran, sich mit seinen Mitfahrern als Team zu verstehen. Das überlegten sich die Jugendlichen aus dem Mitarbeiterkreis der Kirchengemeinde St. Andreas in Harsum. Gemeinsam könnte die Reise dann viel Spaß machen, ähnlich wie eine Urlaubstour mit Freunden im VW-Bulli. Den bauten sie aus Stellwänden nach, statteten ihn mit echten Autositzen aus. Hier können Zweierteams Platz nehmen und ihre Teamfähigkeit in Spielen testen. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Leben! Und wie?“ in der Andreaskirche probierten die Besucher das gleich aus.

„Leben! Und wie?“ – Diese Frage haben sich insgesamt acht Jugendgruppen aus dem Gebiet der Landeskirche gestellt und ihre Antworten in einer Ausstellung umgesetzt. Jetzt ist sie in Hildesheim zu sehen . Die Grundidee: Das Leben als eine Straße zu begreifen. Entstanden ist eine Ausstellung zum Begehen, Bespielen, Ausprobieren, Schauen und Hören.

Die Jugendgruppen haben ganze Räume nachgebaut, Gleise verlegt, eine Haltestelle konstruiert, sie setzten Musik und Film ein. Mal wird das Leben als verwirrender Fahrplan dargestellt, mal als buntes Puzzle. Die Videoinstallation der Jugendkirche Hannover ist ein Aufruf zur Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit auf der Suche nach echter Liebe. Die Jugendlichen spielen erstaunlich professionell und eindringlich. Die Gruppe aus dem Kirchenkreis Nienburg hat eine Arrestzelle gezimmert – hier kann jeder einmal ausprobieren, wie sich das anfühlt, auf engstem Raum eingesperrt zu sein, mit der Toilette direkt neben dem Bett.

Diakone, Pastoren, Handwerker und Künstler begleiteten die Projekte. Doch die Erwachsenen hielten sich zurück, ließen den Jugendlichen weitgehend freie Hand, ihre eigenen Ideen umzusetzen, berichten Wolfgang Blaffert, Referent für das Landesjugendpfarramt, und Kirchenkreisjugenddiakon Dietrich Waltemate. Ein gutes Jahr lang trafen sich die Teilnehmer, entwickelten ihre Einfälle, sägten, bauten und malten. „Das ganze Projekt war ein Abenteuer“, sagt Blaffert. „Herausgekommen ist eine gewichtige Ausstellung. Das merke ich jedes Mal, wenn ich sie aufbaue.“

Zum ersten Mal gezeigt wurde die Ausstellung beim Kirchentag in Bremen im Mai 2009. Hildesheim ist die vierte Station, noch bis Ende 2011 sollen die Schaustücke in der Landeskirche unterwegs sein. „Leben! Und wie? Eine Suche nach dem, was uns alle angeht“ ist bis zum 17. September geöffnet. Schulklassen können sich unter der Telefonnummer 05121/167530 anmelden.

(Text und Fotos: Kultur & Kommunikation (Wiebke Barth))