Diakonie begrüßt richterliche Kritik an Pflegenoten

Nachricht 31. August 2010

Hannover/Oldenburg/Braunschweig (epd). Die Diakonie in Niedersachsen hat eine richterliche Kritik an der Notenvergabe für Pflegeheime begrüßt. "Wir brauchen mehr Zeit für die Pflege und weniger für die Bürokratie", sagte Diakoniesprecher Sven Quittkat am Dienstag in Hannover. Das Sozialgericht Münster hatte in einem am Montag veröffentlichten Urteil (Az.: S6P 111/10) die Benotung von Pflegeheimen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) als "irreführend und rechtswidrig" bezeichnet.

Grundsätzlich stehe die Diakonie einer größtmöglichen Transparenz in der Pflege positiv gegenüber, sagte Quittkat. Allerdings müsse der Patient im Mittelpunkt der Qualitätskontrolle stehen. Derzeit werde hauptsächlich die Dokumentation der Pflege vom MDK beurteilt. Insgesamt vergebe der Dienst 64 Einzelnoten, doch nur zwei beträfen das tatsächliche Wohlbefinden des Patienten.

Frerk Hinrichs von der Oldenburger Diakonie verwies aus die Internetseite www.diakonie-qv.de, auf der alle bereits benoteten Heime der Oldenburger Diakonie mit ihren Bewertungen aufgelistet sind. Dennoch kritisierte er das Benotungssystem als praxisfern: Unter dem Zeitdruck der Pflegekräfte könne es passieren, dass nicht alle Zuwendungen dokumentiert werden. Dann müsse ein Heim schlechte Noten hinnehmen, obwohl die Patienten gut versorgt würden.

Auch der Referent der Braunschweiger Diakonie sieht einen "deutlichen Verbesserungsbedarf" bei der Benotung durch den MDK. "Das Gericht hat die richtigen Fragen gestellt", sagte Christoph Brauner. Eine transparente Dokumentation sei nötig, damit sich die Menschen das richtige Heim aussuchen könnten. "Die derzeitigen Überprüfungen zeigt lediglich, ob ein Haus seine Dokumentation ordentlich führt."

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31.8.10