Erfolgreiche Neuausrichtung der Diakonie Himmelsthür

Nachricht 21. August 2010

„Das Jahr 2009 war für uns in mehrfacher Hinsicht ein entscheidendes Jahr“ – mit diesem Satz hat Direktor Ulrich Stoebe heute Mittag die Pressekonferenz zum Jahresbericht 2009/2010 der Diakonie Himmelsthür eröffnet. Im 125. Jahr seines Bestehens hat das gemeinnützige Unternehmen mit Hauptsitz in Hildesheim und vielen Standorten in ganz Niedersachsen einen umfassenden Wandel eingeleitet: Nach einer Neuorganisation der Leitungsebene wurden neue Wohnangebote geschaffen und innovative Projekte beispielsweise für Menschen mit Autismus oder seelischen Problemen geschaffen. Das Ergebnis: Schwarze Zahlen und eine deutliche verbesserte Auslastung der Wohn- und Beschäftigungsangebote.

Der Jahresbericht beschreibt einen Paradigmenwechsel in der Eingliederungshilfe, der in Verbindung mit der UN-Behindertenrechtskonvention die Neuausrichtung des Unternehmens forciert habe. Seit 2009 wird die Zahl der Wohnplätze in großen, zentralen Häusern reduziert – zugunsten neuer, zentrumsnaher Wohnungen, die den behinderten Menschen einen möglichst normalen Alltag ermöglichen.

Dieser Prozess wird vor allem an den großen Standorten der Diakonie Himmelsthür in Hildesheim und Wildeshausen vorangetrieben. Doch auch in anderen Regionen wurden und werden viele Neuerungen umgesetzt. Dazu gehören unter anderem der Aufbau von Wohnangeboten in Hannover, die Einrichtung eines Förderangebots für Menschen mit Autismus in Gifhorn-Triangel, Neubauten in Bad Pyrmont und Bad Salzdetfurth oder Angebote für Menschen mit hohem sozialen Integrationsbedarf in Burgstemmen. Insgesamt, so der kaufmännische Direktor Rolf-Dieter Strudthoff, hat das Unternehmen mehr als 8,7 Millionen Euro investiert.

Die Bilanz der Direktoren fiel zufrieden aus: „Schon im ersten Jahr der Umsetzung hat die neue Organisationsstruktur erfreulich positive Ergebnisse im Blick auf die Konsolidierung und Weiterentwicklung der Arbeit erbracht. Gemeinsam mit Kunden und Angehörigen wurden neue Wohn- und Assistenzangebote entwickelt, die eine sehr gute Resonanz erfahren haben. Insgesamt ist die Auslastung im Jahresverlauf deutlich gestiegen und lag im Durchschnitt bei 97,2 Prozent.“

Die zusätzlichen Kosten, die im Rahmen des Veränderungsprozesses entstanden sind, konnten zum Teil durch die Unterstützung der Aktion Mensch und des Landes Niedersachsen aufgebracht werden. Für 2011 sieht Ulrich Stoebe allerdings dunkle Wolken heranziehen. Die Landesregierung habe Einsparungen im Bereich der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen angekündigt, die die bestehenden Vertragsgrundlagen einseitig verlassen und die angestrebte verbesserte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Frage stellen. Stoebe: „Für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention werden von allen Beteiligten verstärkte und nicht geringere Anstrengungen gefordert.“

Weitere Infos: www.diakoniehimmelsthuer.de

(Ralf Neite, Kultur & Kommunikation)