Evangelische Kirchen rufen zu Spenden für Flutopfer in Pakistan auf - Hilfswerke warnen vor Seuchen

Nachricht 17. August 2010

Oldenburg (epd). Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben zu Spenden für die Flutopfer in Pakistan aufgerufen. Die hannoversche Landeskirche hat nach eigenen Angaben 50.000 Euro an die Diakonie-Katastrophenhilfe überwiesen. Die Landeskirchen in Oldenburg und Braunschweig spendeten 10.000 und 8.000 Euro. Der Oldenburger Bischof Jan Janssen rief die Kirchengemeinden und die Bevölkerung auf, die Menschen in Pakistan mit Kollekten, Spenden und Fürbitten zu unterstützen. Auch die schaumburg-lippische und die reformierte Kirche schlossen sich den Aufrufen an.



Rund 20 Millionen Pakistaner sind nach Angaben der Regierung von der Jahrhundertflut betroffen. Wegen neuer Hochwasser-Warnungen sind über 150 Dörfer am Indus-Fluss geräumt worden. Hilfswerke warnen zudem davor, dass sich Seuchen wie die Cholera schnell ausbreiten könnten, weil die Menschen verunreinigtes Wasser trinken. Nach UN-Angaben droht allein 3,5 Millionen Kindern eine solche tödliche Krankheit.



Tausende von Dörfern sind nach Angaben der Diakonie zerstört, einige sind noch von der Außenwelt abgeschnitten. Überall sei Wasser und Schlamm, viele Menschen campierten notdürftig an Straßenrändern und auf erhöhtem Gelände. Sie seien dringend auf Hilfe angewiesen. Das meiste Vieh sei tot, die Ernte zerstört. Am schlimmsten habe es die Armen getroffen. Es werde Jahre dauern, bis der Schaden behoben sein wird.



Im Nordwesten des Landes unterstützt die Diakonie-Katastrophenhilfe rund 60.000 Flutopfer. Am wichtigsten sei derzeit der Aufbau einer Versorgung mit sauberem Trinkwasser, teilte das Hilfswerk mit. Bei der Verteilung von Zelten, Plastikplanen, Lebensmitteln und Hygienesets könne die Diakonie auf bestehende Kontakte und Netzwerke in der Region aufbauen.



Die Diakonie-Katastrophenhilfe arbeitet eigenen Angaben zufolge seit mehreren Jahren eng mit pakistanischen Partnern, auch in den jetzt betroffenen Gebieten, zusammen. Familien mit weiblichem Haushaltvorstand, mit älteren, chronisch kranken oder behinderten Angehörigen und jüngeren Kindern erhielten die Hilfen als erste. Die Katastrophenhilfe erreiche mit ihrer Hilfsaktion derzeit etwa 60.000 Menschen.



Spenden werden erbeten an die Diakonie Katastrophenhilfe, Kontonummer 4488 bei der Bank für Sozialwirtschaft Hannover (Bankleitzahl 251 205 10), Stichwort "Pakistan-Überschwemmung"



Internet: www.diakonie-katastrophenhilfe.de



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17.8.10