Initiative gegen Rechts soll im Dezember in Bad Nenndorf gegründet werden

Nachricht 15. August 2010

Hannover/Bad Nenndorf (epd). Die hannoversche Landeskirche will im Dezember in der Bad Nenndorfer Godehardi-Kirche eine Initiative gegen Rechtsextremismus gründen. Die Auswahl der Kurstadt bei Hannover habe auch damit zu tun, dass Bad Nenndorf ein von den Rechtsextremisten "gebeutelter Ort" sei, sagte der evangelische Superintendent Andreas Kühne Glaser (Rinteln) am Wochenende in Bad Nenndorf. Die Initiative mit dem Namen "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" solle in der gesamten Landeskirche zwischen Hann. Münden und Cuxhaven wirken.

Es gehe unter anderem darum, vorhandene Aktivitäten besser miteinander zu vernetzen, sagte Kühne-Glaser: "Vor allem will die Initiative in jeder Hinsicht helfen, unser aller Einsatz aufrechtzuerhalten und zu stärken." Der Superintendent hatte am Wochenende in mehreren Veranstaltungen mit mehr als 1.200 Teilnehmern gegen den Aufmarsch von rund 1.000 Neonazis in Bad Nenndorf protestiert. In einem ökumenischen Gottesdienst am Samstagmorgen sagte er, bei aller Wut im Bauch dürfe dennoch nicht der Hass gegen andere Menschen das Handeln bestimmen.

Die Rechtsextremisten hatten zum fünften Mal zu einem "Trauermarsch" aufgerufen. Im Wincklerbad, das heute von der Kurverwaltung genutzt wird, befand sich von 1945 bis 1947 ein britisches Militärgefängnis für Nazis. Dort sollen Gefangene auch gefoltert worden sein. Diese Misshandlungen sind dem DGB zufolge damals umgehend geahndet und von der Öffentlichkeit in Großbritannien verurteilt worden.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
15.8.10