Umfrage: Evangelische Landeskirchen verzeichnen weniger Austritte

Nachricht 14. August 2010

Berlin/Hannover (epd). Nach einer Umfrage der "Welt am Sonntag" haben große evangelische Landeskirchen in Deutschland 2009 weniger Mitglieder durch Austritte verloren als im Jahr zuvor. Zugleich mussten sie aber bei der Zahl der Eintritte Einbußen hinnehmen. Wie die Zeitung weiter berichtete, verzeichneten die hannoversche Landeskirche sowie die in Westfalen und im Rheinland deutlich sinkende Austrittszahlen.

In der hannoverschen Kirche, mit rund drei Millionen Mitgliedern die größte evangelische deutsche Landeskirche, sei die Zahl der Austritte von 20.700 im Jahr 2008 auf 17.601 im Jahr 2009 zurückgegangen. In Westfalen (2,6 Millionen Mitglieder) von 12.224 (2008) auf 10.636 (2009), im Rheinland (2,9 Millionen Mitglieder) von 18.076 (2008) auf 15.186 (2009), heißt es in der Statistik.

Hingegen verließen den Angaben zufolge in Bayern (2,7 Millionen Mitglieder) und Berlin-Brandenburg (1,2 Millionen) mehr Menschen die Kirche als im Jahr zuvor. In Bayern stieg die Zahl der Austritte leicht von 19.846 (2008) auf 20.036 (2009), während die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz nach einer vorläufigen Übersicht gar einen Anstieg der Austritte von 8.225 (2008) auf 10.363 (2009) verkraften musste.

Die Zahl der Eintritte sei in allen von der "Welt am Sonntag" befragten Landeskirchen gesunken, hieß es weiter: In Berlin-Brandenburg fiel sie von 1.700 (2008) auf 1.496 (2009), in Westfalen von 4.815 auf 4.613, im Rheinland von 6.818 auf 6.725. Am größten war der Rückgang bei den Eintritten in Bayern, wo 2008 noch 4.683 religionsmündige Menschen über 14 Jahren neu oder wieder in die Kirche eintraten, während es 2009 nur noch 3.550 waren. Andere große Landeskirchen wie die in Nordelbien oder in Mitteldeutschland hatten noch keine Statistiken für 2009 zur Verfügung.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
14.8.10