Diakonie: Wegfall des Zivildienstes hätte gravierende Auswirkungen

Nachricht 13. August 2010

Hannover (epd). Die Diakonie in Niedersachsen sieht gravierende Auswirkungen auf weite Teile der sozialen Arbeit, falls die Wehrpflicht ausgesetzt wird. In diesem Fall sei ein mehrjähriger Umsteuerungsprozess nötig, sagte Zivildienst-Referent Bernd Heimberg vom Diakonischen Werk der hannoverschen Landeskirche am Freitag in Hannover. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) favorisiert nach Medienberichten vom Freitag inzwischen eine Freiwilligenarmee und will die Wehrpflicht faktisch aussetzen. Das würde zugleich das Ende des Zivildienstes bedeuten.

"Bei einem Wegfall des Zivildienstes ist nicht davon auszugehen, dass alle Angebote, die derzeit noch von Zivildienstleistenden abgedeckt werden, durch Freiwillige oder Honorarkräfte übernommen werden können", sagte Heimberg. Einige soziale Einrichtungen bekämen finanzielle und personelle Engpässe, wenn nicht genügend Freiwillige gefunden würden. Die Diakonie arbeite deshalb darauf hin, dass die Einsparungen durch einen möglichen Wegfall der Wehrpflicht für den Ausbau des Freiwilligen Sozialen Jahres verwendet würden.

Die Diakonie setzte damit einen deutlich anderen Akzent als die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer. Diese hatte am vergangenen Wochenende erklärt, eine Aussetzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes werde die soziale Infrastruktur in Deutschland nicht beeinträchtigen. In den meisten Arbeitsbereichen lasse sich der Wegfall "angemessen kompensieren".

Das Diakonische Werk forderte die Bundesregierung zugleich auf, seinen "Schlingerkurs in Sachen Wehr- und Zivildienst" umgehend zu beenden. "Die jungen Männer brauchen Sicherheit bei der Lebens-, Berufs- und Studienplanung", sagte Heimberg.

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13.8.10