Diakonie kritisiert Kürzungen in der Behindertenhilfe

Nachricht 10. August 2010

Hannover (epd). Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat sich gegen die geplanten Kürzungen der niedersächsischen Landesregierung in der Behindertenhilfe gewandt. "Es dürfen nicht die Menschen zur Kasse gebeten werden, die an ihrem Leben mit Einschränkungen nichts ändern können", sagte Direktor Christoph Künkel am Dienstag in Hannover. Das Land will die Mittel für die Behindertenhilfe um 30,5 Millionen Euro zurückfahren.

"Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen benötigen aufwändige Betreuung und Pflege", betonte Künkel. Diese brauche viel Personal und sei damit kostenintensiv. Wer hier spare, grenze behinderte Menschen aus und mache zugleich die Arbeitsplätze in der Behindertenhilfe unattraktiv. Dies sei nicht vereinbar mit der UN-Konvention für die Rechte der Behinderten.

Die Diakonie erklärte, dass die Kosten für die Betreuung behinderter Menschen stiegen. Komme es zu den Kürzungen, müssten viele Einrichtungen beim Personal sparen. Das Werk kritisierte besonders, dass die Kürzungen bereits für noch ausstehende Zahlungen im laufenden Jahr gelten sollten: "Ein solches Vorgehen untergräbt das Vertrauen in die Landesregierung."

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10.8.10