Diakonie in Osnabrück startet Projekt gegen häusliche Gewalt

Nachricht 04. August 2010

Hannover (epd). Das Diakonische Werk in Osnabrück will künftig zum Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt durch Männer beitragen. Das Werk hat sich beim niedersächsischen Sozialministerium erfolgreich um einen Zuschuss von 20.000 Euro für diese Arbeit beworben, teilte es am Mittwoch mit. Die Osnabrücker Diakonie ist damit eine von landesweit sieben Fachstellen, die Arbeit mit Tätern leisten wollen.

Für das Anti-Aggressionstraining stelle das Land in diesem Jahr 140.000 Euro zu Verfügung. Allein 2008 registrierte die Polizei in Niedersachsen nach Angaben des Sozialministeriums 13.100 Fälle häuslicher Gewalt. In Osnabrück wurden im vergangenen Jahr 725 Fälle erfasst - ein Anstieg von 28 Prozent.

Im diakonischen Fachzentrum "faust" sollen in Zukunft Kurse für gewalttätige Männer in Familien angeboten werden. Dabei soll eingeübt werden, Konflikte mit der Partnerin oder den Kindern gewaltfrei zu lösen und Risikosituationen zu erkennen. So könnten Beziehungen wieder eine Zukunft bekommen. Bisher arbeitet die Einrichtung mit jugendlichen Gewalttätern wie Hooligans. Der Landkreis Osnabrück will die Arbeit zusätzlich mit 2.500 Euro unterstützen.

Häusliche Gewalt reiche von Drohungen, Erniedrigungen und sozialer Isolation bis hin zu körperlichen Gewalttaten und zum Erzwingen sexueller Handlungen, hieß es. Sie werde fast ausschließlich von Männern als Mittel zur Ausübung von Macht und Kontrolle über Frauen ausgeübt. In Gruppen mit fünf bis zehn Personen, die sich über ein halbes Jahr wöchentlich treffen, sollen die Probleme aufgearbeitet werden.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) hatte im Juli angekündigt, Frauen durch neue Projekte besser vor häuslicher Gewalt schützen zu wollen: "Die Täter müssen lernen, sich mit ihrem gewalttätigen Handeln auseinanderzusetzen." Nur so könne die Gewaltspirale durchbrochen werden. Viele Frauen wollten sich nicht von ihren gewalttätigen Partnern trennen: "Sie wollen, dass ihr Partner aufhört, sie zu schlagen."

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