EKD-Präses Schneider kritisiert Eva Herman

Nachricht 02. August 2010

Osnabrück (epd). Trotz des des verheerenden Loveparade-Unglücks mit 21 Toten hält amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Nikolaus Schneider solche Veranstaltungen für junge Leute im Ruhrgebiet weiterhin für notwendig. "Das Ruhrgebiet hat ein großes Imageproblem und muss etwas für sein Ansehen tun", sagte Schneider in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagsausgabe). Allerdings müssten künftig eine sorgfältige Vorbereitung und die Sicherheit der Menschen an erster Stelle stehen - "unabhängig von Image oder Gewinn".

Schneider äußerte in der Zeitung scharfe Kritik an der ehemaligen Fernsehmoderatorin Eva Herman. Sie hatte in einem Internet-Blog die Loveparade in Duisburg als "Sodom und Gomorrha" bezeichnet und die Vorkommnisse als Strafe Gottes umschrieben. Schneider sagte, es gebe in der Bibel genügend Beispiele, in denen Jesus davor warne, solche Ereignisse mit einer Strafe Gottes gleichzusetzen.

Jesus mache klar, dass solche Vorkommnisse nichts mit Sünden des Einzelnen zu tun haben und stattdessen jeder bei sich selbst nachschauen solle. "Diese Empfehlung kann man Eva Herman nur geben", sagte Schneider. Nach kritischen Reaktionen hatte diese erklärt, sie habe die Opfer und ihre Angehörigen nicht verletzen wollen.

Der Präses betonte, Events wie die Loveparade oder Rock am Ring dürften nicht pauschal als Ausdruck einer von Egoismus geprägten Jugendkultur betrachtet werden. Sorge bereite ihm allerdings die in der Gesellschaft zunehmende Einstellung, wonach jeder zuerst auf sich schaue: "Eine Gesellschaft, die durch und durch von ökonomistischem Denken geprägt ist, verliert ihre Lebensgrundlage und ihre Zukunft."

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