Kirche der äthiopischen Partner niedergebrannt

Nachricht 21. Juni 2010

Präsident der zentraläthiopischen Synode berichtet während seines Besuches im Kirchenkreis Cuxhaven von Angriffen auf christliche Kirche in Äthiopien

In einem Akt von Vandalismus wurde in der äthiopischen Kirchengemeinde Olonkhomi das erst kürzlich fertiggestellte Kirchgebäude von Gegnern der äthiopischen Mekane Yesus Kirche bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Fünf evangelische Christen zogen sich bei dem Anschlag schwere Verletzungen zu. Zwei der Opfer schwebten zeitweise in Lebensgefahr.

Der Präsident der zentraläthiopischen Synode der Mekane Yesus Kirche, Pastor Abraham Mengesha, berichtete von diesem Gewaltakt während seines Besuches im Kirchenkreis Cuxhaven. Der Kirchenkreis unterhält eine Partnerschaft mit den Christen im Kirchenbezirk Ambo. Olonkhomi bildet mit 20 anderen Gemeinden den Kirchenbezirk Ambo, der rund 120 km westlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gelegen ist.
„Ursache für den Übergriff“, so Abraham Mengesha, „ist das überdurchschnittlich schnelle Wachstum der Kirchengemeinde in Olonkhomi und Umgebung.“ Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen in der Region Ambo reagieren auf die wachsenden lutherischen Gemeinden zum Teil mit Neid und Empörung. Im Einzelfall eskaliert dies dann in Gewalt.

„Wir nehmen bei der kirchlichen Arbeit den ganzen Menschen in den Blick, und bemühen uns sowohl geistlich als auch ganz praktisch das Leben der Menschen vor Ort zu verbessern“ erklärt Mengesha. Dies führe dazu, dass die äthiopische Mekane Yesus Kirche zu den am schnellsten wachsenden Kirchen weltweit gehöre, meint er weiter. Andere Religionen und Weltanschauungen, würden auf dieses Wachstum immer wieder mit Ablehnung und teils mit Gewalt reagieren.

Für die Christen aus dem mit Cuxhaven verbundenen Kirchenbezirk Ambo ist es in dieser Situation wichtig, den Partner in Deutschland an ihrer Seite zu wissen. Gerade auch, weil laut Mengesha äthiopische Polizei und Justiz zwar dabei sind, die Täter dingfest zu machen, es aber immer noch zu Einschüchterung und Gewaltandrohung kommt.

Die Gemeinde in Olonkhomi steht jetzt vor der nicht ganz leichten Aufgabe, dass Kirchengebäude wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau ist für Mengesha auch deshalb wichtig, weil von der Gemeinde das Signal ausgehen soll, dass Christen Verfolgung und Stigmatisierung nicht hinnehmen werden.

In einer ersten Reaktion zeigt sich Pastor Dr. Lutz Meyer, Beauftragter für Partnerschaften im Kirchenkreis Cuxhaven, schockiert und kommentiert: „Christen in Äthiopien haben schon während der kommunistischen Herrschaft schwerste Zeiten der Verfolgung erlebt. Sicher ist das, was in Olonkhomi passiert, damit nicht zu vergleichen. Trotzdem stehen wir hier als Christen in Cuxhaven in der Pflicht. Wir werden für unsere Partner beten, ihnen beistehen und nach Wegen suchen, wie wir in diesen schweren Zeiten helfen können.“

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Stade
Sonja Domröse