"Brot für die Welt" fordert stärkeren Kampf gegen Kinderarbeit

Nachricht 11. Juni 2010

Stuttgart, 11. Juni 2010. Weltweit müssen mehr als 200 Millionen Kinder hart arbeiten, um zu überleben. Daran erinnert das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni. "Millionen von Kinder arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen. Sie schuften auf dem Feld, arbeiten in Steinbrüchen oder Textilfabriken. Wir müssen weiter hart dafür kämpfen, dass sich diese Zustände so schnell wie möglich verbessern", sagt die Direktorin von "Brot für die Welt", Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Die Vereinten Nationen sichern Kindern seit 1998 mit einer Kinderrechts-Konvention das Recht zu, vor Ausbeutung geschützt zu werden.

Die aktuellen Zahlen sind erschreckend: Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO müssen weltweit 215 Millionen Kinder arbeiten. Dabei ist das Ziel, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis zum Jahr 2016 zu beseitigen, nach eigenen Angaben in weite Ferne gerückt. Hintergrund ist die aktuelle Wirtschaftskrise: Sie wird nach UN-Angaben von immer mehr Staaten als Grund genutzt, um weitere Schritte im Kampf gegen Kinderarbeit zu verhindern. "Eine Welt frei von ausbeuterischer Kinderarbeit muss möglich sein. Die aktuelle Wirtschaftskrise darf hier nicht als billige Entschuldigung dienen", sagt Füllkrug-Weitzel.

Ausbeuterische Kinderarbeit kann nur dann wirkungsvoll eingedämmt werden, wenn Armut wirksam bekämpft wird, so Füllkrug-Weitzel weiter. Die Ausbeutung von Kindern könne nur dauerhaft zurückgedrängt werden, wenn die Länder im Süden bereit sind, Kinderrechte wirkungsvoll zu achten und mehr in Bildung zu investieren. Dabei sei eine wichtige Voraussetzung, Einkommen zu schaffen - zum Beispiel durch eine Landreform. "Nur so sind Kleinbauern in Indien in der Lage, ihre Familien zu ernähren. Und ihre Kinder können dann zur Schule gehen und müssen nicht aufs Feld", so Füllkrug-Weitzel.

Ein positives Beispiel ist die Arbeit von Bachpan Bachao Andolan (BBA), einem indischen Projektpartner von "Brot für die Welt". BBA sorgt dafür, dass ausgebeutete Kinder eine Entschädigung erhalten, die ihnen seit 1986 nach indischem Recht zusteht - und einen Platz in der Schule. Falls Eltern ihre Kinder trotzdem wieder zum Arbeiten schicken, nimmt BBA die Mädchen und Jungen für sechs Monate in einer Einrichtung auf, erteilt Nachhilfeunterricht und finanziert eine berufliche Ausbildung. Ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Kinderarbeit ist auch der Faire Handel, den "Brot für die Welt" seit nunmehr 40 Jahren unterstützt. Fairtrade-Standards stellen sicher, dass Produkte, die mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet, ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt werden.

Brot für die Welt, Pressestelle
Internet: www.brot-fuer-die-welt.de