Niedersächsischer Kultusminister dankt Gasteltern von Kindern aus Tschernobyl

Nachricht 06. Juni 2010

Hannover (epd). Der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) hat die Ferienaktion der hannoverschen Landeskirche für Kinder aus Tschernobyl und Weißrussland gewürdigt. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Aktion dankte er den Unterstützern und Gasteltern. "Ihr ehrenamtliches Engagement können wir mit Geld nicht aufwiegen", sagte der Minister am Sonnabend in einem Gottesdienst in Hannover. Die Angst, die Menschen in Deutschland aufgrund der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl empfunden hätten, verblasse angesichts der atomaren Verstrahlungen vor Ort und den gesundheitlichen Folgen für die Bewohner.

Der stellvertretende Landesbischof Hans-Hermann Jantzen forderte in seiner Predigt die Bundesregierung auf, am beschlossenen Atomausstieg festzuhalten. "Tschernobyl ist eine dauerhafte Mahnung, dass wir hier eine menschliche Grenze überschritten haben", sagte er. Eine Energie, die nachfolgenden Generationen auf Millionenjahre hochgiftigen strahlenden Müll hinterlässt, sei nicht länger zu verantworten.

Durch die Ferienaktion erhielten Kinder aus der besonders stark verstrahlten weißrussischen Region Gomel die Chance, sich in einer unverstrahlten Umgebung zu erholen. "Ich staune immer wieder, wie positiv sich schon vier Wochen in gesunder Luft auf den Gesundheitszustand der Kinder auswirken", sagte Jantzen.

Die Ferienaktion der hannoverschen Landeskirche für weißrussische Kinder besteht seit 1990. Rund 22.500 Kinder sind den Angaben zufolge in den vergangenen 20 Jahren nach Deutschland gekommen und in Gastfamilien in den Gemeinden untergebracht worden. Jährlich nähmen rund 600 Gastfamilien daran teil, in diesem Jahr würden rund 800 Kinder aufgenommen. Daneben organisierten Kommunen, Vereine und Verbände in den Dörfern ein Ferienprogramm für die Kinder.

Internet: www.tschernobyl-hilfe.org

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5.6.2010