Landessynode: Verabschiedung von Landesbischöfin a.D. Käßmann

Nachricht 02. Juni 2010

--> Video von der Verabschiedung

Zu Begin der VI. Tagung der 24. Landessynode verabschiedete deren Präsident, Jürgen Schneider, am Mittwochnachmittag, 2. Juni, Landesbischöfin a.D. Dr. Margot Käßmann. Sie hatte das Amt der Landesbischöfin elf Jahre lang ausgeübt, bevor sie am 24. Februar 2010 von allen ihren Ämtern zurückgetreten war.

Als Meisterin des „Agendasettings“ und der erfolgreichen Kampagnen beschrieb Schneider Käßmann und dankte ihr im Namen der Synode dafür, dass sie ihr Bischofsamt zum Wohl der Kirche wahrgenommen habe. „Du hast uns auf diesen Weg mitgenommen, gelegentlich bist Du auch vorausgeeilt – so spontan und schnell, dass wir nicht immer recht mitkommen konnten.“

Lebendiger, kräftiger und schärfer sei durch die Fülle der Projekte und Initiativen das Profil der Landeskirche jedoch geworden, betonte Schneider: „Wir danken Dir, wir danken Gott für Deinen Dienst an uns, für den Einsatz Deiner Gaben und Kräfte, für Deine mediale und kommunikative Kompetenz, für Deine Liebe zu den Menschen und Gemeinden unserer Landeskirche, zu der hannoverschen Provinz der Weltchristenheit“.

„Fast elf Jahre Landesbischöfin, fast ein Lebenswerk“, beschrieb Schneider das Verdienst Käßmanns. Das Loslassen führe jetzt zu Trennungsschmerz. Als sehr wichtige und wertvolle Zeit für die Landeskirche bezeichnete der Synodenpräsident die gemeinsamen Jahre.

„Wir können nicht mehr hinter den Juni 1999 zurück“, unterstrich Schneider und wünschte Käßmann für ihren weiteren Lebensweg Gottes reichen Segen. „Und was immer Du in Zukunft tun wirst: Du bleibst die Bischöfin der Herzen – und das wirkt weit über Hannover hinaus!“.

Nach seiner Abschiedsrede überreichte Synodenpräsident Schneider unter minutenlangem Beifall der stehenden Synodalen an Dr. Margot Käßmann einen Blumenstrauß.

Käßmann dankte abschließend der Landessynode für den Vertrauensvorschuss bei der Wahl vor elf Jahren und das Vertrauen in den Jahren des gemeinsamen Dienstes. Im Hinblick auf ihren Rücktritt unterstrich Käßmann: „Natürlich bin ich auch traurig. In der Tat war ich mit Leib und Seele Bischöfin dieser Landeskirche. Das war – abgesehen von meinen vier Töchtern – geradezu Lebensinhalt.“

Für sie persönlich sei dieser Umbruch auch eine Belastung. „Auf jeden Fall habe ich gern meine Kraft in diese Zeit gegeben, mit Liebe und Leidenschaft für diese Kirche und mein Amt in ihr. Jetzt ist es offensichtlich Zeit, weiterzugehen.“

Die Initiative der Mitarbeitervertretung mvv, Käßmann erneut zur Bischöfin wählen zu lassen, sei für Käßmann überraschend gewesen. Sie dankte der mvv herzlich für dieses „sehr persönliche, ja sehr anrührende Zeichen von Wertschätzung, Vertrauen und Zuneigung.“ Nach einigem Nachdenken sei ihr aber deutlich geworden: „Das würde nicht gut gehen. Du kannst nicht in ein Amt zurückkehren, von dem du selbst zurückgetreten bist. Und du kannst nicht wieder-holen, was war. Die hannoversche Landeskirche und ich als ihre Bischöfin hatten elf gute Jahre miteinander. Da war viel Segen spürbar, erfahrbar.“

Käßmann hofft, dass diese Zeit auch für die Landeskirche eine gesegnete Zeit mit vielen neuen Wegen, mit Zuversicht in allen Umbrüchen gewesen sei. „Ich blicke jedenfalls dankbar zurück und ohne Angst nach vorn“, betonte sie. Käßmann dankte auch dem Kirchensenat, dem Kollegium, dem Bischofsrat, allen Mitarbeitenden im Landeskirchenamt und im Haus kirchlicher Dienste für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Besonders bedankte sich Käßmann bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Bischofskanzlei, die die schönsten Stunden mit ihr geteilt und am 24. Februar mit ihr geweint hätten. Zu diesem Team könne sie dem Nachfolger oder der Nachfolgerin im Amt nur gratulieren.

Ihre Abschiedsrede vor der Landessynode beendete Käßmann mit einem Wunsch: „Es ist gerade für eine so große Landeskirche wichtig, das Ganze im Blick zu behalten und nicht nur das Partikulare zu sehen und zu vertreten. Hier liegt für die Landessynode eine besondere Verantwortung. Dafür wünsche ich Ihnen und Euch Kraft, Weitblick und Gottes reichen Segen.“

Begleitet wurde die Verabschiedung von einem breiten Medienaufgebot von Kamerateams und Journalisten.

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