Schaumburg-Lippe befürwortet kirchlichen Beratungsprozess in Niedersachsen

Nachricht 30. Mai 2010

Hagenburg/Kr. Schaumburg (epd). Die schaumburg-lippische Landeskirche wird sich an den Beratungen zur künftigen Zusammenarbeit der fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen beteiligen. Das beschloss die Synode, das Kirchenparlament, bei ihrer Frühjahrstagung am Sonnabend in Hagenburg bei Hannover. Sie folgte damit einem Vorschlag, den der braunschweigische Bischof Friedrich Weber im März bei der Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen unterbreitet hatte. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe im nördlichen Landkreis Schaumburg ist mit rund 61.000 Mitgliedern in 22 Gemeinden die zweitkleinste evangelische Landeskirche in Deutschland.

Zuvor hatten bereits die evangelisch-lutherischen Landeskirchen von Oldenburg und Braunschweig sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer beschlossen, sich an den Beratungen zu beteiligen. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wie die fünf Kirchen künftig ihre Vertretung gegenüber der Landesregierung wahrnehmen. Gemeinsame Angelegenheiten von Kirche und Staat sind etwa die Schulen und der Religionsunterricht, der kirchliche Dienst in Polizei und Zoll und die Evangelische Erwachsenenbildung. Ein Vorstoß von Bischof Weber zur Bildung einer gemeinsamen Evangelischen Kirche in Niedersachsen war im vergangenen Frühjahr gescheitert.

In der kommenden Woche wird die hannoversche Landeskirche, die größte in Niedersachsen, über den Beratungsprozess entscheiden. Wenn sich alle fünf Kirchen beteiligen, soll ein Ausschuss gebildet werden, für den jede Kirche drei Mitglieder entsendet. Im März 2012 und spätestens in einer Sondersynode im darauffolgenden Herbst sollen die Ergebnisse vorgelegt werden.

Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl Hinrich Manzke regte bei der Synode in Hagenburg auch einen Beratungsprozess für seine eigene Landeskirche an. Dieser solle die Ziele der kirchlichen Arbeit genauer in den Blick nehmen, sagte er in seinem Bischofsbericht. Dabei gehe es unter anderem darum, wie die Landeskirche künftig übergemeindliche Themen wie Bildung, Gerechtigkeit und Diakonie bearbeiten könne. Menschen begegneten dem christlichen Glauben auch in Lebensbezügen, die nicht unmittelbar an die Ortsgemeinde gebunden seien.

Auch die Aufgaben des Landeskirchenamtes in Bückeburg müssten angesichts starker Ortsgemeinden genauer definiert werden. In der Jugendarbeit könnten neue Formen in der Zusammenarbeit mit Schulen gefunden werden. Diskutiert werden müsse auch die Zukunft des Pfarrhofs Bergkirchen als einer zentralen Tagungsstätte der Landeskirche. Der schaumburg-lippische Beratungsprozess könne Anfang 2011 mit einer "Zukunftskonferenz" beginnen und im Frühjahr 2012 beendet sein.

Manzke (52) hatte im Januar das Bischofsamt in Bückeburg als Nachfolger von Jürgen Johannesdotter übernommen, der in den Ruhestand ging. Es war sein erster Bischofsbericht vor dem Kirchenparlament.

Internet: www.landeskirche-schaumburg-lippe.de

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30.5.2010