Braunschweiger Synode für Diakonie-Dachverband in Niedersachsen

Nachricht 28. Mai 2010
Goslar (epd). Die Synode der braunschweigischen Landeskirche hat die Gründung eines gemeinsamen Dachverbandes durch die fünf Diakonischen Werke in Niedersachsen einstimmig begrüßt. "Wir müssen kampagnefähig sein", sagte Landesbischof Friedrich Weber am Freitag in Goslar bei der Frühjahrstagung des Kirchenparlaments. Als Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen unterstütze er die Gründung des Dachverbandes. Der Synodenbeschluss sei "wegweisend".
 
Mit dem neuen Dachverband will die Diakonie ihre Chancen auf dem Markt für soziale Dienstleistungen verbessern. Die Diakonie müsse sich in größeren Zusammenhängen organisieren, um ihre Existenz nachhaltig zu sichern und ihr das nötige politische Gewicht zu geben, sagte Oberlandeskirchenrat Peter Kollmar in der Synodendebatte. Nur wenige finanzstarke Organisationen könnten noch bestehen. Der braunschweigische Diakonie-Direktor Lothar Stempin kündigte eine "strategische Allianz" mit der katholischen Caritas an.
 
Die Gründung des Dachverbandes "Diakonie in Niedersachsen" soll in diesem Sommer besiegelt werden. Ihm werden die Diakonischen Werke der evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie der Evangelisch-reformierten Kirche angehören.
 
Im Wettbewerb um die niedrigsten Kosten kämpften zum Beispiel Einrichtungen der Altenhilfe und die Sozialstationen ums Überleben, sagte Kollmar. Er sprach von einer politisch geduldeten oder gewollten Unterfinanzierung durch die Kostenträger. Die langfristige Perspektive sei der Zusammenschluss zu einem gemeinsamen Diakonischen Werk in Niedersachsen.
 
Der Vorsitzende des Synodenausschusses für Ökumene, Mission und Diakonie, Domprediger Joachim Hempel, begrüßte die Entwicklung und kündigte eine dafür notwendige Änderung des Diakonie-Gesetzes an. Eine gemeindenahe Diakonie trage zur Profilierung der Kirche bei, und zwar auch unter den Menschen, die nur eine lose oder gar keine Bindung an die Kirche hätten.
 
Der Ausschuss konnte sich in der Landessynode allerdings nicht vollständig mit seiner Beschlussempfehlung durchsetzen. Darin hieß es, dass der Dachverband "ein notwendiger Schritt" auf dem Weg zu einem Diakonischen Werk in Niedersachsen sei. Auf Antrag des Braunschweiger Propstes Thomas Hofer wurde dieser Satz gestrichen.
 
Zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig gehören
406 Gemeinden mit rund 400.000 Mitgliedern und 320 Pfarrern im Südosten Niedersachsens. Das Kirchenparlament tagt noch bis zum Sonnabend in Goslar.

Internet: www.diakonie-niedersachsen.de

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28.5.2010