Tschernobyl-Kinder landen auf Flughafen Hannover

Nachricht 26. Mai 2010

Hannover (epd). Mehr als 130 strahlengeschädigte Kinder aus der Umgebung von Tschernobyl sind am Mittwoch zur bundesweit größten Ferienerholung dieser Art auf dem Flughafen von Hannover gelandet. Die 8- bis 14-Jährigen aus dem Gebiet Gomel in Weißrussland besuchen Gastfamilien in den Landkreisen Schaumburg, Harburg und Osnabrück, teilte die hannoversche Landeskirche mit.



Bis zum 18. August werden insgesamt etwa 800 weißrussische Gäste in Niedersachsen erwartet. Auf dem Flugfeld begrüßten Vertreter der weißrussischen Botschaft und der gastgebenden evangelischen Landeskirche die Kinder und ihre Begleiter. Seit 1991 reisen bereits zum 20. Mal betroffene Kinder im Zuge der kirchlichen Hilfsaktion nach Deutschland.



Die Bevölkerung im Gebiet Gomel unweit von Tschernobyl in der Ukraine leide noch immer unter den Folgen der Reaktorkatastrophe von 1986, sagte Organisator Lars-Torsten Nolte: "Die Kinder sind durch radioaktive Nahrung immer noch strahlengeschädigt, die Krebserkrankungen sind gestiegen." Die Kinder hätten durch die Aktion die Möglichkeit, sich vier Wochen in gesunder Umwelt zu bewegen. Experten hätten nachgewiesen, dass sich die Radioaktivität im Körper durch den Aufenthalt in Deutschland abbaut.



Nach der Ankunft wurde das Flugzeug für den Rückflug mit 1,5 Tonnen gespendeten Medikamenten im Wert von rund 50.000 Euro beladen. Sie sind für die Kinderabteilungen der zentralen Krankenhäuser im Gebiet Gomel bestimmt. Seit 1991 hat die Landeskirche bereits über 22.500 weißrussischen Kindern und ihren Begleitern einen Erholungsaufenthalt in Niedersachsen ermöglicht.



epd lnb cmo mig / 26. Mai 2010

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