Hildesheimer Regionalbischof Gorka ruft zur Erneuerung des Glaubens auf

Nachricht 23. Mai 2010

Hildesheim (epd). Pfingsten ist nach Auffassung des Hildesheimer Regionalbischofs Eckhard Gorka ein Fest der Gemeinschaft, Begegnung, Aufbruchstimmung und Begeisterung. Im ARD-Gottesdienst aus der zum Weltkulturerbe zählenden St. Michaeliskirche in Hildesheim rief Gorka am Pfingstsonntag zu einer Erneuerung des Glaubens auf. Beim Ökumenischen Kirchentag in München seien einige Christen enttäuscht gewesen, weil die Einheit der Kirchen zwar beschworen, aber nicht gefeiert worden sei. Andere seien dagegen froh gewesen, dass trotz fehlender Einheit gemeinsam gefeiert werden konnte, sagte Gorka.



In Anlehnung an die biblische Pfingstgeschichte, die von der Ausgießung des heiligen Geistes auf die Jünger Jesu und von einem Sprachwunder erzählt, betonte der Landessuperintendent: "Nicht erst das Ende des Streits lässt uns gemeinsam jubeln, sondern gerade der gemeinsame Jubel kann den Streit beenden." Der heilige Geist lasse Unterschiede hervortreten, aber er mache die Menschen auch stark, sie zu schätzen oder auszuhalten. "Unser gemeinsames Bekenntnis zu dem einen Gott ist wichtiger als unser Leiden an den getrennten Kirchen", sagte der evangelische Theologe.



Das Wunderbare an der Pfingstgeschichte sei für ihn, dass Menschen mit den unterschiedlichsten Lebens- und Glaubenserfahrungen sowie Sprachbegabungen gemeinsam Gottes Geist gelobt hätten, sagte Gorka. Durch ihn könnten die Menschen erkennen, dass die Zukunft offen und jeder Tag neu sei. Sie müssten nicht länger nur auf ihr Versagen, ihre Schwächen und ihre Ängste schauen. Stattdessen könnten sie auf einen Gott vertrauen, der ihnen Klarheit und Lebensmut gebe: "Das finde ich genial an Pfingsten." Das Pfingstfest gilt als Gründungsdatum der christlichen Kirchen.



Die Michaeliskirche ist eine der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten nördlich der Alpen. Sie feiert in diesem Jahr ihr 1.000-jähriges Gründungsjubiläum. Die Kirche, die nach dem biblischen Erzengel Michael benannt wurde, gehört wegen ihrer besonderen Architektur und ihres wertvollen Deckengemäldes seit 1985 zum Weltkulturerbe. Sie wurde 1010 als Grabeskirche Bischof Bernwards von Hildesheim (um 960-1022) gegründet.



Internet: www.michaelis2010.de




epd lnb mil / 23. Mai 2010

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen