Diakonie fordert mehr Gerechtigkeit für Migranten

Nachricht 14. Mai 2010

München. "Die Diakonie fordert mehr Gerechtigkeit für Migrantinnen und Migranten. Sie sind überproportional benachteiligt - am Arbeitsplatz und bei der Jobsuche, in der Schule, bei der Wohnungssuche und in vielen anderen alltäglichen Situationen", sagte Diakonie Präsident Klaus-Dieter Kottnik am Donnerstag in München.



Migrantinnen und Migranten in Deutschland seien häufig von gesellschaftlichem Ausschluss bedroht. "Bis heute wird die Einwanderungsrealität des Landes von vielen geleugnet und das Leben von Eingewanderten in Deutschland grundsätzlich in Frage gestellt. Die Folge sind diskriminierende Abwehrhaltungen", betonte Kottnik. Ein zentrales Anliegen diakonischer Arbeit sei es daher, für Chancengleichheit aller Menschen einzutreten und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle an der Gesellschaft teilhaben können.



"Die Diakonie weiß durch ihre Beratungstätigkeit, dass ein unsicheres Bleiberecht, abgesenkte Sozialleistungen, Residenzpflicht, fehlende Aufenthaltserlaubnis desintegrierend wirken und die betroffenen Menschen in permanente Stresssituationen bringen. Daher fordert die Diakonie ein Ende der Kettenduldungen, ein humanitäres Bleiberecht und eine menschenwürdige Existenzsicherung auch für Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge", erklärte der Diakonie-Präsident. Die Diakonie setze sich für Bildungschancen für alle ein, für den Ausbau von individuellen Fördermöglichkeiten, Schulsozialarbeit und Sprachförderangebote. Dafür müssen zusätzliche Ressourcen bereit gestellt werden.



Beim Ökumenischen Kirchentag in München diskutierten am Donnerstag Vertreter von Diakonie und Caritas mit Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und Hartfrid Wolff, Vorsitzender des Arbeitskreises Innen und Recht, FDP-Bundestagsfraktion.



Die Diakonie setzt sich gezielt, zusammen mit den Kirchengemeinden vor Ort, für die Belange von Migrantinnen und Migranten ein. Sie unterstützt und initiiert modellhaft lokale Projekte. Außerdem stellt sie Ressourcen bereit, um die Teilhabe von Spätaussiedlern, Flüchtlingen, arbeitslosen Migranten im Gemeinwesen zu unterstützen. Insgesamt förderte die Diakonie in zehn Jahren 297 Integrationsprojekte.



Weitere Informationen zum Thema Migration finden Sie auf der Diakonie-Homepage -hier




Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.

Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin

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