Osnabrücker Superintendent fordert gemeinsames Abendmahl aller Christen

Nachricht 11. Mai 2010

Osnabrück (epd). Der Osnabrücker evangelische Superintendent Friedemann Pannen hat anlässlich des bevorstehenden 2. Ökumenischen Kirchentages in München ein gemeinsames Abendmahl aller Christen gefordert. Der Kirchentag biete die Chance, "Barrieren zwischen unseren Kirchen demonstrativ abzubauen", sagte Pannen am Dienstag. Er erhoffe sich von dem Großereignis einen deutlichen Impuls für einen Fortschritt in der Ökumene. Das sei die Erwartung vieler evangelischer und katholischer Christen gerade in Osnabrück, "der sich die Kirchen nicht entziehen sollten".

Es gebe in Osnabrück seit Jahren ein gutes ökumenisches Miteinander, sagte der Superintendent. Vielen sei es ein Anliegen, auch gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Die "Friedensstadt" Osnabrück ist seit dem Westfälischen Frieden von 1648 ökumenisch geprägt. Von den heute gut 160.000 Einwohnern sind ein Drittel Katholiken, ein Drittel Protestanten und ein Drittel Anders- oder Nichtgläubige. Osnabrück ist Sitz des katholischen Bischofs Franz-Josef Bode und des evangelischen Regionalbischofs Burghard Krause. Auch der 97. Deutsche Katholikentag 2008 in Osnabrück hatte einen speziellen ökumenischen Akzent.

Gleichzeitig erwarte er, dass es aus Rom keine weiteren irritierenden Tendenzen gebe, "die unsere Eigenständigkeit als vollwertige Kirche in Frage stellen", sagte Pannen. Er spielte damit auf einen 2007 veröffentlichten Text von Papst Benedikt XVI. an, in dem es über die Kirchen der Reformation hieß, dass sie nicht Kirchen im eigentlichen Sinne seien. Im Blick auf den Missbrauchsskandal vertraue er darauf, dass die katholische Kirche ihre derzeitigen Probleme offen angehe, betonte der Superintendent.

epd lnb mas mig/11.5.2010
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