Ehemalige reformierte Kirche wird zur ersten griechisch-orthodoxen Kirche in Osnabrück

Nachricht 08. Mai 2010

Osnabrück (epd). Die ehemalige evangelisch-reformierte Erlöserkirche in Osnabrück wird an diesem Sonntag zu einer griechisch-orthodoxen Kirche geweiht. Das Gotteshaus wurde von der Gemeinde "Heilige Mutter Gottes Maria" der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland angemietet, sagte Kirchenvorsteher Ibrahim Tekbas am Freitag dem epd. Diese habe dann 15 Jahre nach ihrer Gründung erstmals ein eigenes Kirchengebäude.



Zur Weihe kommt eigens der Metropolit Youhanna Yazigi, Erzbischof von West- und Zentraleuropa, aus Paris nach Osnabrück. Gemeinsam mit Erzpriester Georg Esber wird er den Gottesdienst leiten. Die Kirche betreut arabischsprachige Christen in Deutschland.



Die reformierte Kirche in Osnabrück hatte vor zwei Jahren aus Kostengründen drei ihrer fünf Kirchen verkauft. Die Erlöserkirche war an die Evangelischen Stiftungen gegangen, die sie wiederum seit anderthalb Jahren an die Orthodoxen vermietet. "Wir haben uns ausdrücklich dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde die Kirche bekommt", sagte der reformierte Pastor Steffen Tuschling. Die Gemeinde sei sehr offen und an einem ökumenischen Miteinander im Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) interessiert. Der Arbeitskreis habe der Gemeinde eigens ein orthodoxes Taufbecken geschenkt. An der Feier am Sonntag werde auch der reformierte Kirchenpräsident Jann Schmidt teilnehmen.



Der Metropolit habe erst jetzt Zeit gefunden, nach Osnabrück zu kommen, erläuterte Tekbas. Deshalb werde die Kirche an diesem Sonntag eingeweiht, obwohl sie bereits seit mehr als einem Jahr genutzt werde. Zuvor feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste jahrelang in zwei katholischen Kirchen. Für den Bau einer eigenen Kirche habe die Gemeinde jedoch kein Geld. Gottesdienste fänden an jedem zweiten Sonntag im Monat statt. Der Priester habe außerdem noch Gemeinden in Münster und im Ruhrgebiet zu betreuen. Er sei zwar ausgebildeter Theologe, verdiene sein Geld aber als Ingenieur und arbeite ehrenamtlich als Pastor.



Die Liturgie der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, die sich auch als "Rum-Orthodox" bezeichnet, ist arabisch. Die meisten Gemeindemitglieder stammen aus dem Libanon, Syrien, der Türkei und Jordanien. Sie leben aber zum großen Teil schon seit Jahrzehnten in Deutschland. Mitte der 1970er Jahre gründeten sie in Deutschland die ersten Gemeinden, die sich überwiegend aus Spenden finanzieren. Derzeit leben etwa 10.000 Rum-Orthodoxe in Deutschland, von denen gut die Hälfte kirchlich organisiert ist.



www.rum-orthodox.de




epd lnb mas mig / 7. Mai 2010

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