Ostfriesische Notfallseelsorger stehen Rettungskräften 300 Mal zur Seite

Nachricht 07. Mai 2010

Aurich (epd). In fast 300 Einsätzen haben die Notfallseelsorger im Sprengel Ostfriesland im vergangenen Jahr Angehörigen, Unfallopfern und Rettungskräften zur Seite gestanden. Von den rund 220 Pastorinnen und Pastoren des evangelisch-lutherischen Sprengels arbeiten 141 ehrenamtlich und zusätzlich zu ihrem Pfarramt als Notfallseelsorger, sagte der ostfriesische Regionalbischof Detlef Klahr: "Dafür muss man auch einmal Danke sagen."

Seit Juni 2009 ist Pastor Claus Dreier aus Pogum als erster Beauftragte eines Sprengels der hannoverschen Landeskirche mit einer halben Stelle für die Notfallseelsorge tätig. In der Landeskirche arbeiten rund 800 Pastorinnen und Pastoren als ehrenamtliche Notfallseelsorger. Den Rettungskräften begegne immer wieder großes Leid, das manchmal auch nach den Einsätzen in ihren Gedanken haftenbleibe, sagte Dreier. "Sie begeben sich bei Rettungseinsätzen auch selbst in Gefahr und manchmal wird ihre Seele von erschütternden Bildern, Schreien oder Gerüchen getroffen und verletzt." Die Notfallseelsorger sind rund um die Uhr über ein Diensthandy erreichbar.

Der Auricher Kreisbrandmeister Ernst Hemmen sagte, er sei froh über die Hilfe der Notfallseelsorger. Auch bei den kleinen Freiwilligen Feuerwehren auf den Dörfern komme es zu belastenden Einsätzen. "Wir wollen und können auf die freundschaftliche Hilfe der Notfallseelsorger nicht mehr verzichten."

Der Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden, Polizeidirektor Johannes Lind, lobte die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Notfallseelsorgern. Er selbst erinnere sich immer wieder an einen Unfall im Jahr 1983, bei dem ein fünfjähriges Mädchen von einem Lkw überrollt wurde. Er habe das tote Mädchen auf den Rücksitz seines Streifenwagens gelegt. "Das Bild werde ich nicht mehr los."

Besonders für die jüngeren Kollegen sei es gut, dass die seelischen Belastungen des Einsatzes bereits in der Ausbildung thematisiert werden, sagte Lind.

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7.5.2010