Kirchen wollen "Weltwärts"-Rückkehrer an Hochschulen vernetzen

Nachricht 07. Mai 2010

Hannover (epd). Rückkehrer des bundesweiten entwicklungspolitischen Programmes "Weltwärts" sollen an den Hochschulen in Niedersachsen künftig intensiver begleitet werden. Der Kirchliche Entwicklungsdienst in den evangelischen Landeskirchen Braunschweig und Hannover stellte am Freitag in Hannover sein neues Programm "Weltwärts und zurück am Studienort" vor. Es soll junge Leute nach einem Auslandsaufenthalt in Entwicklungsländern ermutigen, ihre Erfahrungen ins Studium einfließen zu lassen.

Der Freiwilligendienst "Weltwärts" wurde vor zwei Jahren vom Bundesentwicklungsministerium gestartet. Im vergangenen Jahr arbeiteten nach Angaben des Ministeriums 3.525 Freiwillige für sechs bis 24 Monate in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Das neue Programm soll im Mai zunächst in den Universitätsstädten Hannover, Braunschweig, Hildesheim und Göttingen starten. Ein Koordinator hat den Auftrag, die Rückkehrer in Kontakt zueinander zu bringen und ihnen auf Wunsch Praktikumsplätze bei Hilfswerken oder internationalen Unternehmen vermitteln.

Zudem könnten Examensarbeiten entwicklungspolitisch ausgerichtet werden. "In der Auswertungsphase nach der Rückkehr müssen wir erfinderisch sein, um die jungen Menschen zu erreichen", sagte der hannoversche Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer. Die Kirche sei darauf angewiesen, dass die Vision von weltweiter Gerechtigkeit und Versöhnung in der nächsten Generation weiterlebe.

Um die Rückkehrer zu erreichen, soll das neue Projekt eng mit der zentralen Studienberatung, den Immatrikulationsämtern und den internationalen Büros der Hochschulen sowie mit den einzelnen Entsendeorganisationen zusammenarbeiten. "In jedem Studienfach gibt es entwicklungspolitische Fragestellungen", sagte die kirchliche Beauftragte Cornelia Johnsdorf. So könnten sich etwa Ingenieure mit der Produktion von Solaranlagen unter den Bedingungen des Südens beschäftigen.

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7.5.2010