Verbraucherministerin empfiehlt Kindern Anonymität im Internet

Nachricht 07. Mai 2010

Osnabrück (epd). Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat Kindern und Jugendlichen empfohlen, im Internet anonym zu surfen. Sie würde "jungen Menschen immer raten, zu überlegen, in sozialen Netzwerken ein Pseudonym zu verwenden, das nur Freunde kennen", sagte Aigner in einem vorab veröffentlichten Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Datenlecks ließen sich nicht völlig ausschließen. Gleichzeitig zeigte sie Verständnis für die offenherzige Nutzung von Portalen wie Facebook oder StudiVZ: "Das Bedürfnis, sich im Netz mitzuteilen, ist Teil eines neuen Lebensgefühls."

Soziale Netzwerke seien aber kein geschlossener Raum, der nur Freunden zugänglich sei. Aigner appellierte an die Wirtschaft, das Thema Datenschutz ernster zu nehmen. Sie erwarte von führenden Unternehmen wie SchülerVZ, dass sie Fälle von Datendiebstahl nicht herunterspielten. Sicherheitsstandards dürften nicht nur auf dem Papier stehen: "Soziale Netzwerke, die sich mit TÜV-Siegeln schmücken, müssen ihre Zusagen an die Nutzer auch einlösen."

Aigner hatte Facebook bereits vor einiger Zeit gedroht, ihre eigene Mitgliedschaft zu beenden, wenn das Unternehmen seine Datenschutzpraktiken nicht verbessere: "Facebook ist zwar das weltweit größte soziale Netzwerk, beim Schutz privater Daten jedoch eines der Schlusslichter."

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7.5.2010