Rassismus-Expertin: Fußball-WM wird Südafrika kaum voran bringen

Nachricht 05. Mai 2010

Hannover (epd). Die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika wird das Gastgeberland nach Ansicht von Experten für Rassismusfragen im Blick auf die Menschenrechte nicht voran bringen. "In Südafrika sind wir an ein multikulturelles Leben gewöhnt", sagte Koordinatorin Dawn Linder von der katholischen Erzdiözese Johannesburg am Mittwoch in Hannover. Die alltägliche Fremdenfeindlichkeit in dem Land mache sich nach der Überwindung der Apartheid nicht an der Hautfarbe fest, sondern habe wirtschaftliche Ursachen.

Viele arme Südafrikaner fühlten sich durch Einwanderer aus weiter nördlich gelegenen afrikanischen Ländern bedroht und verdrängt, sagte Linder. Schwarze fürchteten sich hier vor Schwarzen. An der Armut vieler Menschen werde das sportliche Großereignis vom 11. Juni bis zum 11. Juli nichts ändern: "Bei denen, die es am meisten bräuchten, wird nichts hängen bleiben." Gleichwohl heiße Südafrika die Gäste aus aller Welt herzlich willkommen. Im Fernsehen liefen bereits Werbespots, in denen die internationalen Besucher in deren eigener Sprache begrüßt würden.

Linder gehört zu einer internationalen Expertengruppe für Fragen von Rassismus und Diskriminierung, die zurzeit für zweieinhalb Wochen in Deutschland unterwegs ist. Dabei hatten fünf deutsche evangelische Landeskirchen fünf Fachleute aus Uganda, Südafrika, Indien, Großbritannien und den USA eingeladen.

epd lnb mig/5.5.2010
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Mehr Hintergründe zur WM in Südafrika siehe www.ekd.de/kirche-und-sport/fussball.html