München lädt zum 2. Ökumenischen Kirchentag ein

Nachricht 04. Mai 2010

München/Hannover (epd). Zum zweiten Mal feiern Protestanten und Katholiken in Deutschland gemeinsam einen Kirchentag. Mehr als 100.000 Dauerteilnehmer werden zum Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai in München erwartet. Das Großereignis, das gemeinsam vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken veranstaltet wird, steht unter dem Leitwort "Damit ihr Hoffnung habt". Der 1. Ökumenische Kirchentag fand 2003 in Berlin statt.

Zur Eröffnung des Christentreffens in München werden Bundespräsident Horst Köhler, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sprechen. Für den anschließenden "Abend der Begegnung" rechnen die Veranstalter mit 400.000 Gästen in der Innenstadt. Auf dem Programm des fünftägigen Treffens stehen mehr als 3.000 Veranstaltungen: Bibelarbeiten, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Foren. Neben den Themen Ökumene und Glaubensfragen sind Schwerpunkte soziale Gerechtigkeit in Deutschland, Globalisierung, Krieg und Frieden sowie die Bewahrung der Schöpfung.

Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, der die katholische Kirche seit Monaten erschüttert, wird Thema sein. Zwei Veranstaltungen dazu wurden nachträglich ins Programm aufgenommen. An diesen Foren werden die Sonderbeauftragte der Bundesregierung für sexuellen Missbrauch, Ex-Ministerin Christine Bergmann (SPD), und der Beauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz für Missbrauchsfragen, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, mitwirken. Zudem soll es Angebote zur Beratung für Missbrauchsopfer geben. 

Im zentralen Eröffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese wirken Landesbischof Johannes Friedrich von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Erzbischof Reinhard Marx vom Erzbistum München und Freising als Gastgeber mit. Grußbotschaften sind vorgesehen vom Apostolischen Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, und von Generalsekretär Olav Fyske Tveit vom Ökumenischen Rat der Kirchen.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die zum Thema "Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung" sprechen wird, nehmen zahlreiche weitere Regierungsmitglieder und Bundespolitiker am Kirchentag teil. Auch die Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen, der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, werden viele Veranstaltungen bestreiten.

Nach ihrem Rücktritt vom EKD-Ratsvorsitz im Februar wird Margot Käßmann beim Ökumenischen Kirchentag erstmals wieder öffentlich auftreten. Ein Höhepunkt aus Sicht der Veranstalter ist ein Vespergottesdienst nach orthodoxem Ritus. Dabei wird an 1.000 Tischen gesegnetes Brot miteinander geteilt. Mitwirkende an der orthodoxen Vesper sind die Präsidenten des Ökumenischen Kirchentages, Alois Glück und Eckhard Nagel.

Der 1. Ökumenische Kirchentag fand 2003 in Berlin statt. Zu der konfessionsübergreifenden Großveranstaltung kamen vor sieben Jahren mehr als 200.000 Menschen in die Hauptstadt.

epd lnb bas mil/4.5.2010
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