Stellvertretender Bischof fordert mehr Einsatz gegen Armut

Nachricht 29. April 2010

Lüneburg (epd). Der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen hat zum "Tag der Arbeit" am 1. Mai einen mutigen Einsatz gegen Armut und Ungerechtigkeit gefordert. "Der Mensch geht vor - auch vor allen ökonomischen Zwängen", sagte der stellvertretende evangelische Landesbischof.



Es sei gut, dass immer mehr Menschen umdächten, sagte Jantzen. Sie fänden sich nicht mehr damit ab, dass manche Familien schon in der dritten Generation Sozialhilfeempfänger seien und immer mehr Kinder von Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen seien. Der christliche Glaube ermutige dazu, Armut und Ungerechtigkeit nicht als Schicksal hinzunehmen.



Jantzen nannte es bemerkenswert, dass die neue niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) ihren Amtseid mit der religiösen Formel "So wahr mir Gott helfe" bekräftigt hatte. Ihm gehe es dabei nicht um die Diskussion über das Gottesbild im Christentum und im Islam, die die erste muslimische Ministerin damit ausgelöst habe.



Wichtig sei ihm, dass mit der Formel die politische Verantwortung in einem weiteren Horizont gesehen und nicht nur der eigenen Kraft vertraut werde, sagte Jantzen. "So wahr mir Gott helfe! Es ist gut, wenn politische Verantwortungsträger das sagen, ob Muslime oder Christen."



Jantzen gehört an diesem Freitag zu den Rednern eines Empfanges in Lüneburg. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) hat dazu am Vorabend des ersten Mai Vertreter von Politik und Gewerkschaften eingeladen. Der Leiter des KDA Lüneburg-Wolfsburg, Peer-Detlef Schladebusch, sprach sich für gerechte Löhne und einen starken Sozialstaat aus. Nur so könne es auch in einer immer komplexeren Arbeitswelt mit internationalen Verflechtungen gute Arbeit geben.



epd lnb mir mil / 29. April 2010

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