Evangelische Grundschule in Stade geplant

Nachricht 27. April 2010

Stade (epd). In Stade planen die hannoversche Landeskirche und der Johanniterorden eine evangelische Grundschule mit sozialdiakonischem Profil. Ein Start sei für den Sommer 2012 angestrebt, sagte am Dienstag der evangelische Superintendent Thomas Kück. An dem Projekt beteiligt sich auch die Stader Initiative "Kinder unserer Stadt" des Psychiaters und Psychotherapeuten Michael Sostmann. In der Ganztagsschule sollen die Kinder künftig jahrgangsübergreifend und projektorientiert in Gruppen lernen. In den zurückliegenden Monaten hatte es zum Teil heftige Kritik an dem Projekt gegeben.



Die eher kleinen Lerngruppen sollen sich nicht nach dem Vorbild üblicher Klassenverbände zusammensetzen, sondern gemeinsam von Kindern beispielsweise der ersten und zweiten Jahrgangsstufe besucht werden. Für die Schule ist Kück zufolge auch ein Neubau denkbar. Nach dem jetzt vorgelegten ersten Konzept werden den Kindern sozialdiakonische Erfahrungen etwa durch den regelmäßigen Kontakt zu Pflegeeinrichtungen oder durch eine Ausbildung zum Schulsanitätsdienst ermöglicht.



"Wir wollen im Unterricht unabhängig von Fächern musisch-künstlerische, mathematische und sportliche Schwerpunkte bilden", erläuterte Mitinitiatorin Elke Alsago. Laut Kück soll die Schule offen sein für alle Kinder, unabhängig von Religion und Herkunft. Es werde ein sozial gestaffeltes Schulgeld erhoben, das in der hannoverschen Landeskirche in der Regel zwischen 50 und 150 Euro betrage. Wenn das nicht bezahlbar sei, könnten Eltern von dem Schulgeld über Stipendien befreit werden. Das Geld für die Schule soll hauptsächlich von der Landeskirche, vom Land und von der Kommune kommen. Die Johanniter wollten eine finanzielle Beteiligung "nicht ausschließen".



In den kommenden Wochen und Monaten wird über Vorträge und Podiumsdiskussionen weiter über das Projekt informiert. Kück lud Interessierte dazu ein, sich an der Planungsgruppe zu beteiligen. Scharfe Kritik hatte sich im Vorfeld an einer Information der Stadt entzündet, nach der die Kirche eine bestehende Grundschule übernehmen könnte, wodurch die Kommune jährlich etwa 100.000 Euro gespart hätte. Eltern befürchteten durch das Schulgeld eine soziale Ausgrenzung. Kück sagte, die Kirche wolle keine Schule übernehmen und auch dafür sorgen, dass Kinder aus allen Schichten den Unterricht besuchen könnten.



Auch andernorts wie etwa in Rotenburg und in Ostfriesland trafen Gründungspläne für evangelische Schulen auf Kritik und Widerstände. Bisher befinden sich vier allgemeinbildende Schulen in Niedersachsen in Trägerschaft der hannoverschen Landeskirche. Seit mehreren Jahrzehnten werden das Gymnasium Andreanum in Hildesheim und die Paul-Gerhadt-Schule in Dassel von der Kirche unterhalten. 2007 kam eine Grundschule in Wolfsburg dazu, 2008 ein Gymnasium in Nordhorn. Die Landeskirche will in den kommenden Jahren weitere Schulen gründen.



www.kirchenkreis-stade.de

www.johanniter.de

www.Kinder-unserer-Stadt.de



epd lnb sel mir / 27. April 2010

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