Statements zur Debatte um Kruzifixe an öffentlichen Schulen - Bischofsvikar Jantzen / Schulbeauftragte Gäfgen-Track

Nachricht 26. April 2010

Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, Bevollmächtigte der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen für Schulangelegenheiten (26.4.2010):



"Im Grundgesetz, in der Niedersächsischen Verfassung und im Niedersächsischen Schulgesetz ist die Bedeutung des Christentums als Teil des Selbstbildes und kulturellen Gedächtnisses unserer Gesellschaft verankert. Trotz der heutigen Pluralität von Kulturen, Lebenswelten und Auffassungen ist unsere Gesellschaft in ihrer Geschichte und Gegenwart überwiegend durch das Christentum in seinen unterschiedlichen konfessionellen Ausprägungen bestimmt.



Es gibt für uns deshalb keinen Grund, alle religiöse Symbole aus öffentlichen Räumen zu verbannen, wie es die designierte Ministerin Özkan für Kruzifixe und Kopftücher in Schulen gefordert hat. Öffentliche Schule ist, wie das Bundesverfassungsgericht wiederholt betont hat, kein religionsfreier Raum. Deshalb haben Schülerinnen und Schüler das Recht auf konfessionellen Religionsunterricht, auf das Angebot von Schulgottesdiensten oder Räumen der Stille, in denen ein Kreuz hängt. Selbstverständlich respektieren wir das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Kruzifixen in Schulen, wenn auf Wunsch der Eltern in einer öffentlichen Schule das Kreuz abgehängt werden soll.



Nachdrücklich treten wir für eine religiöse Bildung an öffentlichen Schulen ein, insbesondere durch den konfessionellen Religionsunterricht. Deshalb unterstützen wir auch alle Bemühungen zur Einführung eines islamischen Religionsunterrichts auf denselben Prinzipien."





Bischofsvikar Hans-Hermann Jantzen (25.4.2010): "Wir freuen uns über die Ernennung von Aygül Özkan. Eine Ministerin mit Migrationshintergrund tut unserem Land gut. Wir sind sehr erstaunt über ihre Äußerung und begrüßen die Klarstellung durch Ministerpräsident Christian Wulff. Unser Land braucht seine kulturell-religiösen Wurzeln nicht zu verleugnen."