Stades neuer Landessuperintendent Brandy offiziell eingeführt

Nachricht 25. April 2010

Stade (epd). Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag der neue Landessuperintendent für den Sprengel Stade, Hans Christian Brandy, offiziell in sein Amt eingeführt. Der ehemalige Oberlandeskirchenrat folgt auf Manfred Horch, der Ende Oktober im Alter von 61 Jahren nach langer und schwerer Krankheit gestorben war. Der 51-jährige Brandy steht nun als Regionalbischof zwischen Elbe und Weser an der Spitze einer Kirchenregion, die mit elf Kirchenkreisen, knapp 200 Gemeinden und rund 590.000 Mitglieder zu den größten Bezirken der hannoverschen Landeskirche zählt.



Das sei nach der Vakanz in diesem Amt ein Festtag für den Sprengel, sagte der stellvertretende hannoversche Landesbischof Hans-Hermann Jantzen. "Endlich ist wieder ein Landessuperintendent da." Er müsse sich aus eigener Glaubensüberzeugung und mit der Kraft des Wortes zu den brennenden Fragen unserer Zeit äußern. "Das reicht von den ethischen Gewissensnöten am Anfang und Ende des Lebens bis zu den großen Themen um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung".



Doch weder ein Landessuperintendent noch eine Bischöfin könnten die Kirche alleine leiten, betonte Jantzen. "Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe." Gemeinsam müsse danach gefragt werden, was die Menschen heute bräuchten - "an Ermutigung, an Herzensbildung, an Glaubensinformation, an diakonischer Hilfe".



In seiner Antrittspredigt setzte sich Brandy dafür ein, dass Christen mit ihrem Glauben deutlich erkennbar sind: "Wir sind gefragt, in einer bunten Welt von religiösen Möglichkeiten und von Sinnangeboten mit und ohne Religion oder Esoterik an der Mitte unseres Glaubens festzuhalten - am Bekenntnis zu Jesus Christus." Konflikte dürften nicht in einem freundlichen Nebel der Harmonie, milde verhüllt werden. "Wir brauchen eine gute Konfliktkultur. Das ist etwas, was zum Charakter und zu den Stärken der evangelischen Kirche gehört. Kritisches muss offen benannt werden. Sachprobleme und Rechtsfragen müssen geklärt werden."



Aber auch Humor sei eine christliche Grundhaltung. Darin werde der Sieg des Glaubens über alle Mächte der Zerstörung sichtbar. "Ich würde gern dazu beitragen, dass im Sprengel Stade die getroste Heiterkeit des Glaubens viele Menschen erfasst." Große Bedeutung misst Brandy dabei auch der Kirchenmusik bei: "In der Musik verscheuchen wir die Geister der Depression und den Grauschleier des Missmuts. Im Singen kommt die Zuversicht des Glaubens zum Ausdruck, das Jubellied der Befreiten."



Brandy wurde am 5. Dezember 1958 in Bonn geboren. Er studierte Theologie in Göttingen, wo er später auch über das Christusverständnis in der Reformationszeit zum Doktor der Theologie promovierte. Von 1991 bis 1994 war er Gemeindepastor in Steyerberg bei Nienburg. Anschließend arbeitete er als persönlicher Referent von Landesbischof Horst Hirschler und dessen Nachfolgerin Margot Käßmann. Im Anschluss war er in Hannover Oberlandeskirchenrat, zunächst für Medien, später unter anderem für Gottesdienst, Kirchenmusik, Ökumene und Volksmission.



Als Landessuperintendent zwischen Elbe und Weser unterliegt Brandy die geistliche Leitung des Sprengels. Er nimmt bischöfliche Funktionen wahr, ordiniert Pastorinnen und Pastoren, weiht Kirchen und Kapellen ein, führt Dienstaufsicht und ist die oberste Stimme der Landeskirche in der Region. Vorgänger im Sprengel waren vor Horch und jetzt Brandy die leitenden Theologen Jürgen Johannesdotter (1992-2001), Karl Manzke (1977-1992), Martin Kruse (1970-1977), Hans Hoyer (1950-1970) und Franz Wiebe (1936-1948).



Internet: www.sprengel-stade.de



epd lnb sel mil / 25. April 2010

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