Landessuperintendent: Menschenkette gegen Atomkraft ist unübersehbares Zeichen

Nachricht 23. April 2010

Hannover/ Lüneburg (epd). Vor der am Sonnabend geplanten Menschenkette gegen Atomkraft hat der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen erneut gefordert, außer Gorleben alternative Standorte für ein atomares Endlager zu erkunden. Für die hannoversche Landeskirche sei dies unverzichtbar, sagte Jantzen als stellvertretender Landesbischof in der hannoverschen Ausgabe der "Evangelischen Zeitung" von diesem Wochenende.



Die Menschenkette soll über 120 Kilometer zwischen den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel verlaufen. Damit setzten Menschen ein unübersehbares Zeichen gegen die aktuellen Pläne, den Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig zu machen, schreibt Jantzen in einem Gastbeitrag. "Was sie vereint, ist die Skepsis gegenüber einer Technologie, die nicht beherrschbar ist."



Viele Menschen seien empört darüber, dass Laufzeiten alter Kraftwerke drastisch verlängert werden sollten, so der Landessuperintendent. Seit bekannt wurde, dass "fachliche Kriterien bei der Auswahl des Standortes Gorleben offenbar keine Rolle gespielt haben", sei Vertrauen verspielt worden.



Die größte evangelische Landeskirche in Deutschland erkenne zwar an, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) Bewegung in die festgefahrene Debatte bringen wolle. Sie teile aber auch die Sorgen der Menschen und fordere bei der Entscheidung über ein Endlager klare Kriterien, Bürgerbeteiligung und Transparenz der politischen Entscheidungen.



epd lnb mir mil / 23. April 2010

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