Tacheles am 28. April: Gott, Allah und die Frauen - Diskriminierung im Namen des Herrn?

Nachricht 22. April 2010

In der islamischen Gesetzgebung zählt die Aussage einer Frau nur halb so viel wie die eines Mannes. Im Katholizismus dürfen nur Männer Priester werden. Und in der evangelischen Kirche ist die Führungsriege größtenteils männlich. Diskriminierung im Namen des Herrn?



Darüber diskutieren die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Dr. Ellen Ueberschär, der katholische Ordenspriester und Kapuzinermönch Bruder Paulus, die muslimische Autorin Lamya Kaddor („Muslimisch – weiblich – deutsch“), die Ministerpräsidentin a.D. Heide Simonis (SPD) und „Deutschlands Chef-Atheist“, wie ihn der Spiegel nennt, Dr. Michael Schmidt-Salomon, am Mittwoch, 28. April, 19 Uhr in der Marktkirche in Hannover. Es moderiert Fernsehpastor Jan Dieckmann. Phoenix strahlt die Debatte am 2. Mai um 22.30 Uhr und am 9. Mai um 13 Uhr aus.



Ehrenmorde und Zwangsheirat – viele Menschen verbinden dies mit dem Frauenbild im Islam. Die muslimische Autorin Lamya Kaddor wehrt sich gegen die Vorwürfe, der Islam unterdrücke die Frauen: „Weder Religion noch Kultur sind für soziale Probleme verantwortlich“, schreibt sie in ihrem neuen Buch „Muslimisch – weiblich – deutsch“.



Dr. Michael Schmidt-Salomon, Sprecher der Giordano Bruno Stiftung, entgegnet: „Man kann die Kultur islamischer Länder nicht von der Religion trennen.“ In der katholischen Kirche herrschten ebenfalls Hierarchien, in denen Frauen keine Rolle spielten, meint der bekennende Atheist.



Der katholische Ordenspriester und Kapuzinermönch Bruder Paulus erklärt hingegen: „In dieser Welt hat jede und jeder eine eigene Aufgabe und Berufung.“ Gleichberechtigung bedeute nicht, dass Frauen alles tun müssen, was Männer auch tun – und anders herum.



Dr. Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, widerspricht: „Dass die römisch-katholische Lehre, Frauen von leitenden Ämtern fernhält, sehe ich kritisch.“



Für Ministerpräsidentin a.D. Heide Simonis (SPD) ist klar: „Frauen tun der Kirche gut.“ Auf den Führungsebenen dominierten die Männer – eine nicht zu rechtfertigende Diskriminierung, die in den Kirchen genauso wie in der Politik vorherrsche.



Die Diskussion findet am 28. April 2010 um 19 Uhr öffentlich in der Marktkirche Hannover statt. Der Eintritt ist frei, Einlass ab 18 Uhr. Phoenix strahlt die Debatte voraussichtlich am 2. Mai um 22.30 Uhr und am 9. Mai um 13 Uhr aus. Tacheles wird veranstaltet von der Evangelischen Radio- und Fernsehkirche im NDR und gemeinsam getragen von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und der Klosterkammer Hannover.



Redaktion Tacheles, Archivstr. 3, 30169 Hannover


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22. April 2010