Mit dem Fahrrad zur Menschenkette

Nachricht 22. April 2010

Kirchenkreis Winsen beteiligt sich an der Bürger-Aktion für den Atom-Ausstieg

Der Kirchenkreis Winsen lädt alle Interessierten am Samstag zu einer Radtour nach Hamburg-Bergedorf zur Menschenkette für den Atom-Ausstieg ein. Umweltverbände, Parteien und Gewerkschaften haben für den 24. April zu einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den schadhaften Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel aufgerufen.


Die Christen aus dem Landkreis Harburg wollen mit ihrer Beteiligung deutlich machen, dass sie sich Strom aus erneuerbaren Energien wünschen. “Technologisch ist Deutschland soweit, dass in wenigen Jahren die gesamte Stromversorgung durch Sonne, Wind und Wasser möglich ist”, sagt Diakon Wilfried Staake. “Darum darf jetzt nicht wieder auf die Risiko-Technologie Kernkraft gesetzt werden. An den Folgen des Reaktorunfalls in Tschernobyl vor 24 Jahren leiden über 500.000 Menschen und viele Tausend sind schon gestorben. Wenn es in Krümmel einen schweren Unfall gibt, ist Hamburg mitsamt Umland verloren. Die Leukämiefälle in unseren Gemeinden sind nicht geklärt und es gibt weltweit kein sicheres Endlager für den Müll. Grund genug, sich von diesen Risiken zu verabschieden.“


Der Kirchenkreis ruft alle Interessierten auf, ein friedliches Zeichen zu setzen. So soll mit dem Fahrrad die zehn Kilometer lange Strecke nach Hamburg Bergedorf zurückgelegt werden. Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Elbfähre Hoopte. Das Eintreffen in Bergedorf ist für 13.30 Uhr geplant, die Menschenkette soll von 14.30 – 15.00 Uhr stehen. Gegen 16.30/17 Uhr wird die Gruppe wieder in Hoopte sein. "Es tut gut, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen und die Erfahrung zu machen, dass sich viele Menschen den gesetzlich ja schon beschlossenen Atom-Ausstieg wünschen", so Staake weiter.


Die Teilnehmer werden gebeten, 5 Euro für die Hin- und Rückfahrt mit der Fähre sowie Proviant und Regenkleidung mitzubringen.


Wer möchte, kann auch im Anschluss an die Menschenkette zum Kernkraftwerk Krümmel fahren. Dort gibt es eine Abschlusskundgebung u.a. mit einer Rede des Landessuperintendenten und stellvertretenden Landesbischofs Hans Hermann Jantzen aus Lüneburg. Er pflanzte im vergangenen Jahr in Tespe einen Apfelbaum als sichtbares Zeichen der Hoffnung auf eine Energiewende in Deutschland. Wörtlich sagte Jantzen: “Wenn sich eine Technologie als nicht beherrschbar erweist und sich gegen Mensch und Natur wendet, dann müssen wir uns von ihr verabschieden”.


Informationen im Internet: www.kirchenkreis-winsen.de

22. April 2010