Uhlhorn-Hospiz in Hannover feiert zehnjähriges Bestehen

Nachricht 19. April 2010

Hannover (epd). Vertreter von Kirche und Diakonie haben am Montag die Arbeit des Uhlhorn-Hospizes in Hannover gewürdigt, das sein zehnjähriges Bestehen feiert. Rund 900 Menschen hätten hier bisher unabhängig von Herkunft oder Konfession als Sterbende ein letztes Zuhause gefunden, sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Diakonischen Dienste Hannover, Utz Wewel, bei einem Gottesdienst zu Eröffnung der Festwoche: "Auch Familie und Freunde werden einbezogen und in ihrer Trauer nicht allein gelassen."



Die Voraussetzung, um ein Hospiz verantwortlich betreiben zu können, seien das Wissen und die Erfahrung der schmerzlindernden Palliativmedizin. Dabei müssten die Grenzen zwischen den pharmazeutischen und technischen Möglichkeiten, Leben zu erhalten und dem unabänderlichen Sterbeprozess immer wieder neu ausgerichtet werden, sagte Wewel. Den wertvollsten Dank für ihren Einsatz erhielten die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter von den betreuten, sterbenden Menschen selbst.



Der hannoversche Diakoniepastor Hans-Martin Joost erinnerte an die Fürsorge der ersten Christen für Sterbende vor rund 2.000 Jahren: "Weniges hat die damalige antike Gesellschaft so sehr beeindruckt wie die besondere Aufmerksamkeit der jungen Kirche für das Leben am Rande des Todes." Heute fühlten sich die Menschen inmitten des technischen Fortschrittes und zunehmender beruflicher Erwartungen mit ihrer Angst und Hilflosigkeit angesichts des Todes vielfach allein gelassen. Hier liege der Ansatzpunkt für Christinnen und Christen, sich um eine neue, ganzheitliche Art des Sterbens zu kümmern.



Der frühere evangelische Stadtsuperintendent von Hannover, Hans-Werner Dannowski, dankte den Mitarbeitern des Hospizes in seiner Predigt für ihre Zuwendung: "Das Hospiz ist von einem Ort des Sterbens zu einem Ort des Lebens geworden."



Das Uhlhorn-Hospiz, eines von drei Hospizen in Hannover, wurde im Jahr 2000 als gemeinsames Projekt des Evangelischen Diakoniewerks Friederikenstift und der Henriettenstiftung gegründet und wird heute von den Diakonischen Diensten Hannover getragen. Die unheilbar kranken Bewohner leiden etwa unter Krebs im Endstadium, Aids oder an chronischen Herz-, Nieren- oder Lungenerkrankungen.



16 Mitarbeiter versorgen sie rund um die Uhr. Zu den Betreuern gehören ausgebildete Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Hausärzte, Schmerztherapeuten und Seelsorger. Der jüngste Bewohner war nach Angaben des Hospizes 15 Jahre alt, als er starb, die älteste Bewohnerin 99.



Bei der Festwoche bis zum Sonnabend sind Konzerte und eine Vorführung des Films "Kirschblüten-Hanami" von Doris Dörrie geplant. Zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wie viel Tod verträgt der Mensch?" werden am 23. April um 17 Uhr unter anderen der Soziologe Oskar Negt sowie der evangelische Ethik-Experte und Superintendent Ralph Charbonnier erwartet. Insgesamt bestehen in Niedersachsen derzeit 16 stationäre Hospize.



Internet: www.uhlhornhospiz.de




epd lnb mig mil / 19. April 2010

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