Krankenhaus Henriettenstiftung in Hannover wird 150 Jahre alt

Nachricht 18. April 2010

Hannover (epd). Die diakonische Henriettenstiftung in Hannover wird 150 Jahre alt. Sie ist neben dem Friederikenstift und dem Annastift eine von drei Trägergesellschaften der Unternehmensgruppe Diakonischen Dienste Hannover, die zu den zehn größten diakonischen Einrichtungen in Deutschland zählt. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Klaus-Dieter Kottnik, eröffnete die Stiftung am Sonntag ein mehrmonatiges Jubiläumsprogramm zum 150-jährigen Bestehen.

Kottnik dankte den allen Beschäftigten des Henriettenstifts für ihre Arbeit in den vergangenen 150 Jahren. "Diakonissen, Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, Theologinnen und Theologen, aber auch diejenigen, die saubergemacht, repariert oder gekocht haben, sind das höchste Gut der Diakonie."

Krankheiten haben Kottnik zufolge auch stets eine spirituelle Dimension. Andachtsräume in den evangelischen Einrichtungen könnten den Patienten und die Mitarbeitern helfen, eine Krankheit auch spirituell zu verarbeiten. "So betrachtet kann eine Krankheit auch ein Schlüssel für die eigene Geschichte werden."

Die Beschäftigten und Arbeitgeber in der Diakonie ermahnte Kottnik zum Dialog. Das kirchliche Arbeitsrecht erlebe derzeit "stürmische Zeiten". Es sei jedoch modern und dem Dienst in der Diakonie angemessen, weil es auf Dialog setze und die gemeinsame Aufgabe in den Mittelpunkt stelle.

Die Henriettenstiftung wurde 1860 durch die hannoversche Königin Marie (1818-1907) gegründet, die 6.000 Goldtaler aus dem Erbe ihrer Großmutter Herzogin Henriette von Württemberg für eine "Krankenanstalt für höhere Ansprüche" zur Verfügung stellte. Der Hintergrund war die zunehmende Industrialisierung mit Armut und mangelnder Gesundheit in den Vorstädten.

Königin Marie knüpfte Kontakte zu der Diakonisse Emmy Danckwerts (1812-1865) aus Berlin, die in Hannover nach dem Vorbild anderer deutscher Städte ein Diakonissen-Mutterhaus aufbaute. Dort lebten junge alleinstehende Frauen wie in einer Familie zusammen und widmeten sich in christlichem Geist der Krankenpflege. Aus diesen Anfängen entwickelte sich ein Unternehmen mit heute 546 Betten in 14 Kliniken. Rund 1.200 Mitarbeiter versorgen jährlich etwa 23.000 stationäre und 10.000 ambulante Patienten. Hinzu kommen mehrere Einrichtungen der Altenhilfe. 

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms wird am 9. Mai die Erlebnis-Ausstellung "Als die Schwester noch mit dem Fahrrad kam" eröffnet, die Einblicke in die Arbeit der Gemeindeschwestern in der ambulanten Pflege gibt. Beim Jahresfest am 27. Juni wird die ehemalige Landesbischöfin Margot Käßmann die Predigt halten. Für den 21. August ist ein "Tag der offenen Tür" im Krankenhaus geplant. 

Internet: www.diakoniekrankenhaus-henriettenstiftung.de

epd lnb mig mir jön/18.4.2010
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