Zehn Jahre Bestattung von "still geborenen" Kindern in Göttingen

Nachricht 16. April 2010

Göttingen (epd). Seit zehn Jahren werden in Göttingen auf dem evangelischen St. Petri-Friedhof auch sogenannte "still geborene Kinder" bestattet, die bei ihrer Ankunft auf die Welt weniger als 500 Gramm gewogen haben. Mit einem Symposium am 28. April um 18 Uhr im Krankenhaus Neu-Mariahilf wollen der Gesprächskreis "Regenbogen" sowie die Klinikseelsorge in Göttingen diesen Jahrestag begehen, teilten die Organisatoren am Freitag mit.

Die katholische Klinikseelsorgerin Annette Stechmann und der evangelische Pastor Wolfgang Petrak erzählten dabei von den Trauerfeiern, die sie drei Mal im Jahr gemeinsam mit den verwaisten Eltern halten. "Diese Eltern dann bei der Bestattung zu sehen, das geht mir schon sehr ans Herz. Für mich sind auch diese Kinder Geschöpfe Gottes", sagte Stechmann.

In einem weiteren Vortrag geht es um die rechtlichen Aspekte bei Bestattungen früh verstorbener Kinder. Dietmar Robrecht berichtet als ehemaliger Chefarzt der Gynäkologie des Krankenhauses Neu-Mariahilf ebenso, wie eine Mutter, die ihr Kind während der Schwangerschaft verloren hat.

Eine Stehle mit den Worten "Ein Hauch von Leben - unvergessen" erinnert auf dem St. Petri Friedhof an die Kinder. "Auch diese Kinder haben eine Würde", sagt Birgit Scharnowski-Huda, die die Beerdigungen angeregt hat. Sie selbst hatte ihr Kind in der 30. Schwangerschaftswoche verloren. Vorher seien Frühchen, Totgeburten oder Kinder aus Schwangerschaftsabbrüchen einfach im Klinikmüll gelandet.

Die nächste ökumenische Bestattung still geborener Kinder auf dem Gräberfeld hinter der St. Petrikirche ist den Angaben zufolge für den 12. Mai 2010 um 10 Uhr geplant.

Internet: www.initiative-regenbogen.de

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