Kirche will nach zentraler Trauerfeier für Soldaten die Seelsorge verstärken

Nachricht 12. April 2010

Seedorf/Kr. Rotenburg (epd). Die Kirche will ihre Seelsorge für die Familien der getöteten Bundeswehr-Soldaten aus dem niedersächsischen Seedorf und die Menschen der Region nach der zentralen Trauerfeier am Freitag verstärken. "Dieser Dienst ist für die Kirchen der Region noch lange nicht zu Ende", sagte am Sonntag der Sprecher des evangelischen Kirchenkreises Bremervörde-Zeven, Pastor Kay Oppermann. Die Angst um Väter und Mütter sowie Freunde und Verwandte, die in Afghanistan stationiert seien, werde weiter die Seelsorge und Gemeindearbeit im Umkreis begleiten.

Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Spitze hatten am Freitag mehr als 2.000 Menschen den drei in Seedorf bei Bremen stationierten Soldaten die letzte Ehre erwiesen. Die Männer waren eine Woche zuvor von radikalislamischen Taliban in Nordafghanistan getötet worden. Sie gehörten zur Luftlandebrigade 31 in der Kaserne von Seedorf. Die Kirche vor Ort wolle nun noch enger als zuvor mit der Militärseelsorge zusammenarbeiten, kündigte Oppermann an. "Sie braucht unsere Unterstützung, wenn sie auf Schmerz, Trauer und Angst eingeht."

Die Kirchen in der Region engagierten sich für "ein Netzwerk des Trostes", betonte Oppermann. "Ich bitte jeden Christen, das Gespräch mit Soldaten und Soldatinnen vor Ort zu suchen", appellierte der Theologe. Es solle deutlich werden, dass Gott niemanden in Kummer und Not allein lasse. 

Die Karfreitag nahe Kundus getöteten Soldaten waren erst drei Wochen zuvor aus Seedorf nach Afghanistan abkommandiert worden. Die dort stationierten Fallschirmjäger sind Teil der Division Spezielle Operationen, die bereits mehrfach bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr eingesetzt wurden. Sie sind für Schutz- und Evakuierungseinsätze ausgebildet und trainieren unter anderem den Kampf gegen Terroristen. Aus Seedorf sollen auch künftig Kontingente nach Afghanistan verlegt werden.

Internet: www.kkbz.de, www.militaerseelsorge.bundeswehr.de

epd lnb sel mig/12.4.2010
Copyright www.epd-niedersachsen-bremen.de