Regionalbischof Brandy: In der Ökumene können wir viel lernen

Nachricht 11. April 2010

Sittensen/Kr. Rotenburg (epd). Der neue Stader Landessuperintendent Hans Christian Brandy hält Begegnungen in der weltweiten Ökumene für besonders wertvoll. Im Kontakt mit Christen etwa aus Südafrika und Osteuropa "können wir ganz viel lernen", sagte der Regionalbischof des hannoverschen Sprengels Stade am Sonnabend zu Beginn eines Partnerschaftstages in Sittensen bei Rotenburg/Wümme. Brandy ist seit Anfang April als Nachfolger des verstorbenen Landessuperintendenten Manfred Horch im Amt. Er wird am 25. April mit einem Festgottesdienst in der Stader St-Wilhadi-Kirche offiziell eingeführt.



"Wir können in den Begegnungen nicht nur lernen, wir werden auch infrage gestellt", sagte Brandy vor etwa 50 Vertretern kirchlicher Partnerschaftskreise. So hinterfragten afrikanische Christen die Ausstrahlungskraft deutscher Gottesdienste genauso wie die Entschlossenheit und Ethik westeuropäischer Theologie. Ökumenische Geschwister könnten in ihrer Fröhlichkeit des Glaubens Vorbilder sein, ergänzte der leitende Theologe. Wichtig sei aber in erster Linie, "dass wir gemeinsam auf Gottes Wort hören".



Die Spiritualität afrikanischer Christen lasse sich von Deutschen nicht kopieren, sagte Pastor Lutz Meyer aus Cuxhaven, der lange in Südafrika gearbeitet hat. Sie habe im Leben der Christen dort einen höheren Stellenwert und sei genauso wie das Gebet ein Teil des Alltags. "Mit Bibel und Gesangbuch wird Gemeinschaft gestaltet, durch das Gebet wird Gottes Macht angezapft", erläuterte Meyer. Die Bibel sei ein Stützpfeiler des Lebens und liefere zugleich Handlungsanweisungen für den Alltag.



"Kopieren geht nicht, eher kapieren", bilanzierte der Organisator des
Partnerschaftstages, Pastor Bert Hitzegrad aus Cadenberge, im Gespräch mit dem epd. Der Frömmigkeitsstil müsse jeweils der Gesellschaft und den Menschen angepasst sein. Das Treffen in Sittensen habe aber Mut gemacht, neue thematische Gottesdienste zu ungewöhnlichen Zeiten an ungewöhnlichen Orten wie etwa im Café oder im Restaurant zu gestalten.



Neue Anregungen aus dem Süden für den Norden stellte in Sittensen auch Partnerschaftsreferent Morwaeng Motswasele vom Missionswerk Hermannsburg vor. Mit seinem Programm "Mission to the North" biete das Werk Kirchengemeinden die Kurzzeit-Mitarbeit von Vertretern außereuropäischer Kirchen an, sagte der südafrikanische Pastor. Sie böten Impulse für die Glaubenspraxis und könnten Erfahrungen etwa zu Bildungs- und Entwicklungsperspektiven von Menschen am Rande der Gesellschaft beisteuern.



Im Sprengel Stade, der das Gebiet zwischen Elbe und Weser umfasst, gibt es rund 70 landeskirchliche Gruppen, die sich teilweise schon seit Jahrzehnten mit Partnerschaften zu Kirchengemeinden und -kreisen etwa in Afrika, Lateinamerika und Osteuropa beschäftigen. Der Partnerschaftstag in Sittensen stand unter dem Motto "Spirituelle Impulse aus der weltweiten Kirche".



Internet: www.sprengel-stade.de, www.elm-mission.net



epd lnb sel mig / 11. April 2010

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