Stephan Schaede wird als neuer Leiter der Evangelischen Akademie Loccum eingeführt

Nachricht 07. April 2010

Loccum/Kr. Nienburg (epd). Der neue Leiter der Evangelischen Akademie Loccum, Pastor Stephan Schaede (46), will künftig neue Veranstaltungsorte in die Arbeit der Akademie mit einbeziehen. Er könne sich Tagungen etwa in der "Autostadt" in Wolfsburg oder dem Sprengelmuseum in Hannover vorstellen, sagte Schaede am Mittwoch im epd-Gespräch. Auch eine Reihe "Loccum im Landtag" sei denkbar: "Wir können nicht darauf warten, dass die Leute hierher kommen."



Der promovierte Theologe aus Heidelberg wird an diesem Donnerstag in der Loccumer Stiftskirche als neuer Direktor der traditionsreichen Einrichtung eingeführt. Er tritt die Nachfolge des Politologen Fritz Erich Anhelm (65) an, der die Akademie seit 1994 leitete. Neben der angestrebten Öffnung nach außen sei jedoch der Rückzug in die Abgeschiedenheit Loccums zwischen Weser und Steinhuder Meer eine Stärke der Akademie: "Wir können hier in Ruhe miteinander diskutieren."



Schaede ist seit 2006 Theologischer Referent und Leiter des Arbeitsbereichs "Religion und Kultur" der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg. "Das Verhältnis der Kirche zur Gesellschaft muss immer neu bestimmt werden", sagt er. "Eine Stärke der Akademie ist, dass sie innerhalb und außerhalb der Kirche ihren Ort hat." Wichtige Themen seien für ihn die Wirtschaftsethik und die Wertedebatte.



Verstärken möchte er die Loccumer Tagungen für besondere Berufsgruppen. Dabei denkt er an Angebote für Polizisten und zu gesundheitsökonomischen Fragen. "Warum nicht die drei letzten Bundesgesundheitsminister einladen und sie fragen, warum ihre Konzepte gescheitert sind?" Dabei möchte er mehr Teilnehmer zwischen 20 und 50 Jahren gewinnen und die internationale Ausrichtung der Angebote verstärken.



Schaede stammt aus dem Rheinland und legte sein Abitur in Hannover ab. Er studierte Theologie und Philosophie in Tübingen, Rom und Göttingen. Loccum ist ihm bereits aus seiner Zeit als Vikar von 1998 bis 2000 bekannt. Von 2000 bis 2004 war Schaede Pastor in Neuhaus im Solling. 2002 erhielt er den Leopold-Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftler. Im vergangenen Jahr schloss er sein Habilitationsprojekt "Der Mensch vor Gott am Anfang und Ende des Lebens".



Seit 2006 gehört der Theologe verschiedenen Forschungsgruppen und der Mitgliederversammlung der Evangelischen Akademien Deutschland an. Er hat an mehreren Akademie-Tagungen mitgewirkt, vor allem im Grenzgebiet zwischen Theologie und Biologie. Schaede ist geschieden und hat eine Tochter.



Internet: www.loccum.de



epd lnb mig mil / 7. April 2010

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