Stellvertretender Bischof Jantzen erschüttert über Tod von Soldaten in Afghanistan

Nachricht 03. April 2010

Hannover/Lüneburg (epd). Der stellvertretende hannoversche Landesbischof Hans-Hermann Jantzen hat mit Trauer auf den Tod von drei Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan reagiert. "Der Tod der drei in Niedersachsen stationierten Soldaten in Afghanistan zeigt uns in erschütternder Weise, wie sehr wir auch in unserer Landeskirche von dem Krieg in Afghanistan betroffen sind", sagte er am Sonnabend auf epd-Anfrage in Lüneburg. Die getöteten Soldaten waren nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums beim Fallschirmbataillon 373 in Seedorf bei Rotenburg/Wümme stationiert. Auch der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann zeigte sich erschüttert über die Ereignisse am Karfreitag in der Nähe von Kunduz.



"Wir trauern mit den Familien und den Kameraden der Soldaten und schließen sie in unsere Gebete ein", sagte der Lüneburger Regionalbischof Jantzen, der seit dem Rücktritt von Margot Käßmann kommissarisch an der Spitze der hannoverschen Landeskirche steht: "Ebenso denken wir an die Schwerverletzten und hoffen, dass sie wieder gesund werden und das Erlebte verarbeiten können."



Die evangelische Kirche werde sich weiter für den Vorrang des zivilen Aufbaus in Afghanistan einsetzen, betonte Jantzen. Seine Amtsvorgängerin hatte den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr über den Jahreswechsel in Interviews und Predigten mehrmals kritisiert. Für Aufsehen sorgte vor allem ihr Predigtzitat "Nichts ist gut in Afghanistan".



Dutzmann sagte, er trauere mit den Familien und Kameraden um die Soldaten, die dort gewesen seien, um die Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung zu verbessern, erklärte. Auch zum Tod der fünf afghanischen Soldaten äußerte er Mitgefühl.



Zugleich appellierte der Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover eindringlich an die politisch Verantwortlichen, die zivile Aufbauarbeit in Afghanistan weiter voranzutreiben. Die getöteten und verwundeten Soldaten wie auch die vermutlich ebenfalls getöteten Zivilisten mahnten, im Bemühen um Frieden in Afghanistan nicht nachzulassen.



Die drei Bundeswehr-Soldaten waren am Karfreitag getötet worden, als sie in einen Hinterhalt von Taliban-Kämpfern gerieten. Acht deutsche Soldaten wurden dabei verletzt. Das Gefecht ereignete sich in der Nähe von Kunduz, als eine Patrouille eine Straße von Minen räumte.



Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

3.4.2010