Erste europäische Sonntagsschutzkonferenz

Nachricht 24. März 2010

„Dem wirtschaftlichen Nutzdenken eine Grenze ziehen“

Anlässlich der Ersten Europäischen Konferenz für einen arbeitsfreien Sonntag am 24. März in Brüssel hat der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Dr. Bernhard Felmberg, diese Initiative für den Sonntagsschutz ausdrücklich begrüßt. Die Konferenz wird von Abgeordneten verschiedener Fraktionen des Europäischen Parlaments und von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragen. „Der für alle gemeinsame und verbindliche Ruhetag hat für den Schutz der Gesundheit, die Erhaltung der Arbeitskraft, die Familie, die kulturellen und sozialen Beteiligungsmöglichkeiten und damit die ganze Gesellschaft eine unersetzliche Funktion,“ so der Prälat. Ihn zu schützen sei daher auch ein sozialpolitisches Anliegen. Die EU müsse im Sinne des richtungsweisenden Urteils des Bundesverfassungs¬gerichts vom 1. Dezember 2009 anerkennen, dass der Sonntagsschutz einen besonderen Bezug zur Menschenwürde aufweise: Er ziehe dem ökonomischen Nutzdenken eine Grenze und diene dem Menschen um seiner selbst willen.

Die EKD unterstütze daher neben vielen anderen Kirchen, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen das Anliegen, einen angemessenen Schutz des Sonntags als arbeitsfreiem Tag, auch auf der EU-Ebene zu fördern. Sie sehe in der Konferenz einen wichtigen Ausgangspunkt, die Bedeutung des gemeinsamen Ruhetages künftig auch in der EU fest im Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger zu verankern. „Der Schutz der Arbeitnehmer auf einem akzeptablen Mindestniveau gehört für die EU zu den wichtigen Aufgaben in einem Europa, das wirtschaftlich immer enger verflochten ist“, betonte Felmberg

Hannover/Brüssel, 24. März 2010
Pressestelle der EKD
Silke Römhild / Patrick Roger Schnabel