Landeskirche erhält Tausende Mails zum Rücktritt von Margot Käßmann – Kirchenleitung bereitet sich auf die Wahl eines Nachfolgers vor

Nachricht 26. Februar 2010

Hannover (epd). Nach dem Rücktritt von Margot Käßmann sind in den vergangenen Tagen nach Angaben eines Sprechers mehrere Tausend E-Mails bei der hannoverschen Landeskirche eingegangen. Der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries, sagte am Freitag, die Stimmungen schwankten zwischen großer Traurigkeit und Fassungslosigkeit bis zu Ärger über den Umgang der Medien mit der Landesbischöfin a.D. Sie war am Mittwoch nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss von ihren Ämtern zurückgetreten.



Neben der Trauer äußerten viele Menschen großes Verständnis für die Entscheidung Käßmanns. Sie hofften, dass die beliebte Theologin künftig an anderer Stelle in der Kirche eine Aufgabe übernimmt.



De Vries sagte, dass die Kirchenleitung an diesem Sonntag in einem "Wort an die Gemeinden" über die Ereignisse in der vergangenen Woche informiere. Darin solle besonders der Dank an die bisherige Landesbischöfin zum Ausdruck kommen. Es werde von den Pastorinnen und Pastoren in den Sonntagsgottesdiensten auf den rund 1.500 Kanzeln der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verlesen.



Am 9. März werde sich der Kirchensenat mit der Einleitung des Wahlverfahrens für eine Nachfolge Käßmanns im Bischofsamt beschäftigen. Dabei würden auch Absprachen über die Kandidatensuche getroffen. Auch wenn der Senat das Vorschlagsrecht habe, würden Anregungen aus der Landessynode berücksichtigt. Der früheste mögliche Zeitpunkt für die Wahl durch die Synode ist de Vries zufolge die Frühjahrstagung vom 2. bis 5. Juni. Spätestens müsse in der Herbstsynode vom 23. bis 26. November gewählt werden. Auch eine Sondersynode zwischen den Sommer- und Herbstferien sei
denkbar.



Der Kirchensenat ist ein Runder Tisch, an dem Vertreter aus allen Gremien zusammenkommen. Derzeitige Mitglieder sind der Präsident des Landeskirchenamtes, Burkhard Guntau, Vizepräsident Arend de Vries und der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen als Vertreter des Bischofsrates. Jantzen nimmt seit Donnerstag als Bischofsvikar vorübergehend auch bischöfliche Aufgaben wahr.



Weiter gehören dem Senat insgesamt fünf Mitglieder aus der Landessynode an, unter ihnen Synodenpräsident Jürgen Schneider und der Vorsitzende des Landessynodalausschusses Jörn Surborg. Außerdem sind in dem Gremium noch vier Mitglieder aus der Landeskirche vertreten, die die Synode gewählt hat. Der Landessynodalausschuss, der das Kirchenparlament zwischen seinen Tagungen vertritt, werde für das anstehende Wahlverfahren in der kommenden Woche zwei weitere Synodale in den Senat entsenden.



epd lnb mil mir / 26.2.2010

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