"Ballast abwerfen" - Landessuperintendent ermutigt zum "modernen Fasten"

Nachricht 21. Februar 2010

Hannover/Lüneburg (epd). Der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen hat zum "modernen Fasten" ermutigt. "Wichtig ist, dass wir irgendwo anfangen, Ballast abzuwerfen", schrieb er zu Beginn der kirchlichen Passionszeit in einem Beitrag für die in Hannover erscheinende "Evangelische Zeitung" (Sonntagsausgabe). Dadurch gelinge es, bewusster zu leben. "Zehn Minuten am Tag zum Meditieren, ein paar Einkehrtage im Kloster: die evangelische Freiheit lässt eine große Variationsbreite individueller oder gemeinschaftlicher Formen des Fastens zu."

Durch alle Jahrhunderte ziehe sich der Wunsch, Kopf und Herz frei zu bekommen für neue Einsichten, verdeutlichte der evangelische Regionalbischof. "Die modernen Formen des Fastens knüpfen daran an: Etwas sein lassen, das mir den Blick verstellt für wesentliche Fragen des Lebens, verzichten auf etwas, das mich träge macht."

In der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern verzichten viele Christen auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein oder auch auf den Fernsehkonsum. Das Fasten gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sie sich zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näherzukommen.

In der katholischen Kirche zeichnet der Priester ein Aschenkreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Teilnehmer an der Fasteninitiative "Sieben Wochen ohne", um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. Jantzen bezeichnete die Kampagne als "hilfreiches Ritual", das auch dabei helfe, aufnahmebereit zu sein für Gottes Wort.

Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts.

Internet: www.7-Wochen-ohne.de

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