Kirchenkreistag Hildesheim-Sarstedt stimmt einem Verband mit Alfeld und Hildesheimer Land zu

Nachricht 21. Februar 2010

Es ist entschieden: Die drei evangelischen Kirchenkreise der Region Hildesheim werden einen gemeinsamen Verband gründen. Vor wenigen Tagen haben schon die Kirchenkreise Hildesheimer Land und Alfeld für den Zusammenschluss gestimmt, am Freitagabend votierte auch der Kirchenkreistag Hildesheim-Sarstedt mit überwältigender Mehrheit für den Verband. Er wird sich von Alfeld im Süden bis Coppenbrügge im Westen, Sarstedt und Gemeinden im Raum Sehnde im Norden sowie Hoheneggelsen und Bockenem im Osten erstrecken. Der ursprünglich geplante Starttermin am 1. April kann allerdings nicht eingehalten werden.



Bevor der Verband realisiert wird, soll die Satzung nach Ansicht der Delegierten überarbeitet werden. Ziel ist eine genauere Beschreibung, welche Kompetenzen dem gemeinsamen Verbandsvorstand zuerkannt werden und wo die Entscheidungshoheit bei den einzelnen Kirchenkreisen bleiben soll.



Dass es zum Dreierverband grundsätzlich keine Alternative gebe, betonten Superintendent Helmut Helmut Aßmann und Kirchenamtsleiter Klaus Kastmann. Die Kirchenkreise werden weitgehend selbstständig bleiben, sich jedoch die Trägerschaft des bereits seit einem Jahr bestehenden gemeinsamen Kirchenamts teilen. Im Moment ist sie noch auf Alfeld und Hildesheimer Land beschränkt. „Ich möchte auch gerne den Urlaubszettel von Herrn Kastmann unterschreiben können“, sagte Helmut Aßmann scherzend.



Ebenso wichtig die Dienstaufsicht für die Verwaltung ist die geplante Fusion der Diakonischen Werke. Im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt bestehe bei der Diakonie dringender Handlungsbedarf, weil die Finanzen nicht ausreichten, betonte Klaus Kastmann: „Bestimmte Beratungsstellen müssten, wenn Hildesheim alleine bleibt, geschlossen werden.“ Die Kirchenkreistagsvorsitzende Luise Zechnall drückte es noch drastischer aus: „Wir hätten sonst irgendwann dicht machen müssen.“



Eine weitere Verbandsaufgabe wird die Lektorenarbeit sein, außerdem können Gebäudemanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Religionspädagogik und Umweltfragen zu den Gemeinschaftsaufgaben gehören. Die in den Augen der Delegierten in einigen Teilen nicht ausreichend klar formulierte Satzung soll möglichst schnell überarbeitet und in der nächsten Sitzung des Gremiums am 20. Mai verabschiedet werden.



Bernd Leonhard, Kirchenkreistags-Vorsitzender in Alfeld, und Hermann Reinhold, Vorstandsmitglied im Hildesheimer Land, hatten zuvor von positiven Erfahrungen des bereits bestehenden Verbands ihrer beiden Kirchenkreise berichtet. „Der Kirchkreis Alfeld hat den Verband bisher ausschließlich positiv wahrgenommen“, warb Bernd Leonhard. Hermann Reinhold schloss sich mit dem Plädoyer an, die „Synergieeffekte der Kirchenkreise zu bündeln“.



Die fast fünfstündige Sitzung, in der Verwaltungschef Klaus Kastmann aufgrund neuer statistischer Daten einen düsteren Ausblick auf die finanzielle Zukunft der Kirche in der Region Hildesheim vorstellte, endete mit einer Überraschung: Nach 21-jähriger Mitgliedschaft im Kirchenkreistag und 15 Jahren Vorsitz legte Luise Zechnall mit sofortiger Wirkung ihr Amt nieder. Die Entscheidung sei ihr extrem schwer gefallen, den Ausschlag hätten allein gesundheitliche Gründe gegeben, sagte Luise Zechnall. Die 60 Delegierten dankten ihr mit minutenlangen Standing Ovations.



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