Kinopublikum feiert offizielle Premiere des Zeichentrickfilms "Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln"

Nachricht 21. Februar 2010

Von Karen Miether (epd)

Hannover (epd). Er zählt für Filmemacher zu den Lieblingsfiguren aus dem Alten Testament. Das Leben des Mose ist gespickt mit Abenteuern von wahrhaft biblischen Ausmaßen. Schon 1907 war es Stoff für die Leinwand. 1956 walzte Hollywood-Monumentalregisseur Cecil B. DeMille die Geschichte für fast 13 Millionen Dollar zu einem mehr als dreistündigen Breitwandspektakel aus. Mit dem Zeichentrickfilm "Die Zehn Gebote - Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln" ist die Geschichte nun neu im Kino - diesmal für Kinder ab sechs Jahren. Am Sonntag feierten die Zuschauer in Hannover die offizielle Publikumspremiere.

Vorab war der US-Film in der deutschen Fassung bereits seit Donnerstag in niedersächsischen Kinos zu sehen - synchronisiert unter anderem mit den Stimmen von Ben Becker, Otto Sander, Sky Du Mont, Sascha Hehn und Judy Winter. Ben Becker spricht den Mose. "Das ist wirklich eine große biblische Figur", sagt der Darsteller, der sich seit einigen Jahren intensiv mit dem "Buch der Bücher" beschäftigt. Ihn interessierten die großen Fragen der Menschheit, und deshalb lese er die Bibel.

Sky Du Mont leiht Gott die Stimme und ist überzeugt, dass die Zehn Gebote Bestand haben werden: "Es sind gewisse Regeln, die absolut heute noch Gültigkeit haben." Diese christlichen Glaubensregeln wieder ins Gespräch zu bringen ist ein Ziel des Filmes, den die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zusammen mit amerikanischen Firmen produziert hat. Auch die Deutsche Bibelgesellschaft und RTL sind an dem Projekt beteiligt.

Der Film stelle einen Beitrag zur Glaubens- und Wertevermittlung an Kinder dar, sagt der Leiter des Referates "Medien und Publizistik" im EKD-Kirchenamt, Udo Hahn. In der Handlung spielen die Zehn Gebote allerdings nicht die tragende Rolle, die der Titel verheißt. In 85 Minuten schlägt die deutsch-amerikanische Koproduktion vielmehr einen weiten Bogen von der Kindheit des in der ägyptischen Sklaverei geborenen Israeliten Mose bis zu seinem Tod.

Um ihn zu retten, setzen die Eltern den Säugling Mose in einem Schilfkorb auf den Nil aus. Die Tochter des Pharao findet ihn und zieht ihn auf. Später entdeckt Mose seine wahre Herkunft und bekommt von Gott den Auftrag, sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei in das gelobte Land Kanaan zu führen. Während der Wanderschaft übergibt Gott Mose schließlich Steintafeln mit den "Zehn Geboten".

Insgesamt hätten der Dramaturgie der Geschichte deutlichere Akzente und etwas Humor gut getan. Um Ernsthaftigkeit bemüht erscheinen auch die Zeichnungen. Die Gesichter wirken etwas zu glatt und flach, manche Bewegungen holprig. Die Amination erinnert mehr an Computerspiele oder Fernsehformate und reicht an den Charme der Großmeister der Animation wie Disney oder Pixar nicht heran.

Ägypter, von Plagen heimgesucht; ein goldenes Kalb, vom Volk Israel als Götze angebetet; der legendäre Zug durchs rote Meer, bei dem Mose die Wassermassen teilt: Der Film enthält eine Fülle von Geschichten. Viele davon böten Stoff für Diskussionen, bleiben aber zunächst im Bilderbogen nur angetippt. Doch mit einem Kinobesuch muss die Begegnung mit Mose ja nicht enden: Zum Film gibt es Begleitmaterial, das zur weiteren Auseinandersetzung anregen kann.

Internet: www.diezehngebote-derfilm.de

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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EKD-Ratsvorsitzende Käßmann: Zehn Gebote sind Bausteine für Ethik des 21. Jahrhunderts - Zeichentrickfilm über biblische Geschichte in Kinos gestartet
 
Hannover (epd). Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hält die Zehn Gebote aus der Bibel für wichtige Bausteine einer "Ethik des 21. Jahrhunderts". "Sie sind Lebensregeln für eine gute Welt, in der wir miteinander leben und handeln", sagte sie in einer Videobotschaft zur offiziellen Publikumspremiere des Zeichentrickfilms "Die Zehn Gebote - Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln" am Sonntag in Hannover. Der Film wird in den nächsten sechs Monaten in ganz Deutschland zu sehen sein. Er war vorab am Donnerstag zunächst in niedersächsischen Kinos angelaufen.
 
"Unsere Gesellschaft braucht eine Neubesinnung auf ihre Wurzeln", forderte Käßmann. die auch hannoversche Landesbischöfin ist. "Dazu kann das Wissen um die Zehn Gebote Entscheidendes leisten." Aus ihren Wurzeln heraus gestalteten Christinnen und Christen auch die Demokratie mit. "Es ist ein Trauerspiel, das viele Menschen die biblischen Geschichten gar nicht mehr kennen, die ja auch einen Zusammenhalt geben", sagte Bischöfin weiter. Deshalb sei es wichtig, dass die zentrale Geschichte von Mose und den Geboten immer wieder erzählt neu werde.
 
Der Kinofilm soll nach EKD-Angaben die biblische Erzählung an Kinder ab sechs Jahren vermitteln. Der US-Film wurde in der deutschen Fassung mit den Stimmen unter anderem von Ben Becker, Otto Sander, Sky Du Mont, Sascha Hehn und Judy Winter synchronisiert.
 
Der Film stelle einen Beitrag zur Glaubens- und Wertevermittlung an Kinder dar, sagte der Leiter des Referates "Medien und Publizistik" im EKD-Kirchenamt, Udo Hahn: "Wer die Bibel und ihre großen Erzählungen nicht kennt, tut sich schwer, unsere Kultur und unsere Regeln des Zusammenlebens zu verstehen." Die Produktion erzähle die bewegende Geschichte sehr dicht und bleibe eng am biblischen Original, sagte Hahn dem Internet-Portal "evangelisch.de".
 
"Die Zehn Gebote" laufen zunächst in zwölf niedersächsischen Kinos, unter anderem in Braunschweig, Hannover, Hildesheim und Celle. Nach dem Auftakt in Niedersachsen sind weitere regionale Premieren geplant. Dazu gehören unter anderem eine Vorführung am 6. März mit dem bayerischen evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich in München und am 17. April mit dem württembergischen evangelischen Landesbischof Frank Otfried July in Stuttgart. Die genauen Spielzeiten und Spielorte, unter ihnen bis Ende März viele in Niedersachsen, sind im Internet abrufbar.
 
Der Film ist den Angaben zufolge eine Produktion der EKD Media GmbH gemeinsam mit Promenade Pictures, Ten Chimneys Entertainment, Huhu Studios und Ivlanimation in Verbindung mit der Deutschen Bibelgesellschaft und RTL. Zum Film gibt es didaktisches Begleitmaterial, das im Unterricht und der Gemeindearbeit eingesetzt werden kann.