Kirchen starten Fasten- und Spendenaktionen "Hoffnung für Osteuropa"

Nachricht 21. Februar 2010

Nordhorn/München/Münster (epd). Mit Gottesdiensten haben die Kirchen in Deutschland am Sonntag ihre bundesweiten Fasten- und Spendenaktionen gestartet. Im niedersächsischen Nordhorn startete die 17. bundesweite evangelische Hilfsaktion "Hoffnung für Osteuropa". Das katholische Hilfswerk Misereor stellte in Münster unter dem Motto "Gottes Schöpfung bewahren - damit alle leben können" die Folgen des Klimawandels für die Armen in den Mittelpunkt. Zudem eröffnete die evangelische Kirche ihre Fastenaktion "7 Wochen Ohne" in der Münchner Erlöserkirche.

Beim Start der evangelischen Hilfsaktion "Hoffnung für Osteuropa" predigte der Kirchenpräsident der gastgebenden reformierten Kirche, Jann Schmidt. Er rief zur Solidarität mit den Armen in Osteuropa und der bundesdeutschen Gesellschaft auf: "Niemand kann und darf am Sonntag Halleluja singen und in der Woche blind sein für Not und Elend". Schmidt kritisierte die mangelnde Unterstützung für die Armen in Deutschland. "Armut hat bei uns keine Stimme", sagte er in der Alten Kirche von Nordhorn. "Viele Menschen erleben, dass sie von Hartz IV immer weiter in die Armut getrieben werden." Der Theologe rief zu einer neuen Kultur des Helfens und des Hinsehens auf.

Die Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs und Münchner Regionalbischöfin, Susanne Breit-Keßler, sagte in ihrer Predigt, die diesjährige Fastenaktion der evangelischen Kirche unter dem Motto "Näher! 7 Wochen ohne Scheu" ermutige die Menschen, ohne Scheu aufeinander zuzugehen. Fastenzeit und Lebensfreude schlössen sich nicht aus. "Es geht nicht um den Verzicht auf Lebensfreude, sondern auf alles, was Freude und Dankbarkeit für das Dasein zerstören könnte: Kleine und große Süchte oder Abhängigkeiten", sagte Breit-Keßler.

Zur Eröffnung der Fasten- und Spenden-Aktion des katholischen Hilfswerks Misereor mahnte der Münsteraner Bischof Felix Genn im Dom zu Münster, das gesellschaftliche Bewusstsein für das Klima und die Schöpfung Gottes müsse sich verändern. Die Industriestaaten sollten an die Auswirkungen des eigenen Handelns auf das Klima in Afrika, Asien und Lateinamerika denken.

"Wir müssen es wagen, von Verzicht zu sprechen zugunsten der anderen", rief Bischof Genn auf. Zu den Gästen der Eröffnungsfeierlichkeiten zählte auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Die Misereor-Fastenaktion steht wie im Vorjahr unter dem Motto "Gottes Schöpfung bewahren - damit alle leben können".

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