EKD-Ratsvorsitzende Käßmann: Geplante Steuerreform kommt Kirchen teuer zu stehen

Nachricht 21. Februar 2010

Hannover (epd). Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat die geplante Steuerreform der Bundesregierung kritisiert. Sie könne die evangelische Kirche teuer zu stehen kommen, sagte sie der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Wochenendausgabe). Im vergangenen Jahr hätten die evangelischen Kirchen in Deutschland Steuern in Höhe von rund 4,6 Milliarden Euro eingenommen. "Wenn die Pläne so verwirklicht werden, wie derzeit angekündigt, würden uns möglicherweise 500 Millionen Euro wegbrechen, also deutlich mehr als zehn Prozent."

Die Kirche wolle weiter Tariflöhne zahlen und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, betonte die Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin. Wenn diese Steuerreform käme, gerieten manche Arbeitsbereiche in arge Bedrängnis. "Viele unserer Einrichtungen arbeiten ohnehin schon an der Grenze zur Insolvenz." Käßmann forderte die christlich-liberale Koalition in Berlin zu einem Kurswechsel auf. "Wir appellieren an die Bundesregierung, auf die Steuersenkungen zu verzichten. Nicht nur unseretwegen - sondern wegen der Menschen, die unsere sozialen Einrichtungen dringend brauchen." Eine Erhöhung der Kirchensteuer schloss die EKD-Ratsvorsitzende aus. "Ich bin dankbar für jeden Menschen, der als Mitglied diesen Beitrag leistet, diese Bereitschaft darf nicht überstrapaziert werden."

20.2.2010

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